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Patrick Leigh Fermor (re) mit Billy Moss in Wehrmachtsunform kurz vor der Kreipe-Entführung

"An Adventure" Artemis Coopers Biographie von Patrick Leigh Fermor ist am 11.Oktober 2012 erschienen. Leigh Fermor hatte zusammen mit Manolis Paterakis, Giorgos Tyrakis und Billy Moss sowie zahlreichen weiteren KreterInnen am 26.4.1944 den deutschen General Heinrich Kreipe aus Archanes entführt. 15 Tage lang dauerte der Marsch über die Insel bis zur Südküste, von wo aus die Entführergruppe mit Kreipe per Schiff nach Ägypten gelangte.

Paddy Leigh Fermor hatte schon im September 1943 einen General von der Insel begleitet. Dieser war aber freiwillig mitgegangen - der italienische General Carta nach der Kapitulation Italiens.

In 'An Adventure' werden Leigh Fermors Erlebnisse auf Kreta ausführlich beschrieben - eine äußerst lesenswerte Lektüre!


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9.3.2012: "Die Frage griechischer Reparationsansprüche gegen die Bundesrepublik Deutschland“

 um 19:30h in Düsseldorf (VHS Die Brücke, Wilhelm Marx Haus U-Bahn-Heinrich-Heine-Allee)

Referent: Rechtsanwalt Dr. Anestis Nessou (Wuppertal)

Am 10. Juli 1944 tötete eine SS-Kompanie 218 Einwohner des in der Nähe von Delphi gelegenen Dorfes Distomo, vornehmlich Greise, Frauen und Kinder. Wegen der auch im Vergleich zu anderen Vergeltungsmaßnahmen solcher Art besonders grausamen Begehungssweise gilt das Distomo-Massaker als eines der abscheulichsten deutschen Kriegsverbrechen im besetzten Griechenland.

Anhand der Jahre währenden Versuche der Opfer und Hinterbliebenen von Distomo, vor Gericht Schadensersatz gegen die Bundesrepublik Deutschland zu erstreiten, beleuchtet der Vortrag die rechtlichen Folgen deutscher Kriegsverbrechen und insbesondere die noch immer aktuelle Frage dem Bestehen und der Durchsetzung griechischer Reparationsansprüche.

Eine Veranstaltung der Deutsch-Griechischen-Gesellschaft Düsseldorf Einladung

5.1.2010: Brandanschlag auf die Etz Hayyim Synagoge Chania

Leicht gekürzte und teils etwas freie Übersetzung aus dem Web-Blog der Synagoge. Dort sind auch Photos von den Folgen des Anschlags veröffentlicht.:

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Zwischen Mitternacht und ein Uhr in der Nacht des 5.Januar wurde ein schwerwiegender Anschlag auf die Synagoge verübt. Ein, zwei oder mehr Personen stiegen über das Eisentor im Südgarten. Sie zerstörten ein ottomanisches Polster und stopften den Inhalt in einen Kanister mit einer brennbaren Flüssigkeit, den sie unter dem Holzwerk von ezrat nashim ansteckten. Das obere Stockwerk, die Frauenabteilung (ezrat nashim), dient als Büro des Direktors und als Bibliothek und Leseraum und enthält zahlreiche wertvolle Bücher in verschiedenen Sprachen über osmanische, byzantinische und jüdische Kunst und Architektur wie auch über europäische und Nah-Ost-Geschichte von prähistorischer Zeit an und auch eine große Abteilung mit Büchern zur kretischen Geschichte. Ein Computer und ein CD-Player mit mehr als 150 CDs mit sephardischer liturgischer und weltlicher Musik befand sich auch im Büro.

Wahrscheinlich dauerte es nur Minuten bis die Brandstifter sich davonmachten und das Feuer produzierte Rauch, der in die Synagoge quoll und dann durch das kleine Fenster in der Fassade der Synagoge hinaus auf die Straße. Yannis Pietra, ein albanischer Migrant, der in der Nähe der Synagoge lebt, roch den Rauch und rief die Polizei und die Feuerwehr. Dann machte er sich auf, um den Direktor der Synagoge zu suchen, der bald zusammen mit Besnik Seitas, dem Handwerker der Synagoge eintraf.

Ungefähr zur selben Zeit bemerkte auch Nasr Alassoud, ein junger Marokkaner, den Rauch, der die Straße zum Hafen hinab strömte. Er erwies sich als sehr hilfreich für den Direktor.

Um 1:45h hatte die Feuerwehr das Feuer gelöscht und die Polizei begann mit ihrer Arbeit. Aber erst am nächsten Tag wurde das Ausmaß der Schäden deutlich. Anja Zuckmantel-Papadakis, unsere Bibliothekarin, und ihr Ehemann waren eingetroffen, kurz nachdem das Feuer aus war.

Was ziemlich auffällig war, war das Fehlen der Anwohner, obwohl der unglaubliche Lärm der Alarmanlage und der Sirenen der beiden Feuerwehrfahrzeuge in der ganzen Nachbarschaft zu hören war. Was aber besonders verstörend war und ein offensichtliches Zeichen von Mangel an bürgerlicher Verantwortung, war der offensichtliche Mangel an Sensibilität für die Tatsache daß, wenn die Synagoge gebrannt hätte, mindestens die Hälfte der Altstadt von Chania in Flammen aufgegangen wäre, da die engen Straßen und unzugänglichen Stadtteile den Feuerwehren den Zugang verwehrt hätten.

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Gegen 7h stellte der Direktor zusammen mit der Polizei das Ausmaß der Schäden fest. Mitglieder der Synagogen-Gemeinschaft: Paola Nikotera, Konstantine Fischer, Sam Cohen and David Webber waren dabei um zu untersuchen, was passiert war, an den Büchern, dem Bauwerk und auch, um der Polizei bei der Erhebung von Beweisen zu helfen, wozu auch ein Stück Seife gehörte, das an die Außenwand geschmissen worden war. (Eine bekannte antisemitische Stichelei in Griechenland: "Ich mach ein Stück Seife aus Dir!") Da die Stromversorgung der Synagoge wegen der Löscharbeiten unterbrochen worden war, bekamen wir die Information, es würde etwa eine Woche dauern, bis wir wieder Strom hätten. Diese Auskunft kam gerade als Herr Giorgos Archontakis, ein Ingenieur, uns seine Hilfe anbot. Während wir uns noch damit beschäftigten, kam unsere Photographin Angeliki Psaraki an, um Bilder der Schäden aufzunehmen. Sie und Herr Archontakis hatten dann den Erfolg, der Elektrizitätsgesellschaft die erforderlichen Papiere vorzulegen und gegen 17h hatten wir wieder Strom, was unsere Stimmung sehr hob, obwohl die Schäden nun noch besser sichtbar waren.

Die Siphrei Torah waren glücklicherweise in ihrem Ehal gut geschützt, aber die Wände im Inneren des Heiligtums und das hölzerne Dach waren durchnäßt und rußig. Viel des unverputzten Steinwerks im Inneren war übel verschmutzt und am frühen Abend machten wir uns ans Reinigen und bestellten sogar ein Gerüst. Am späten Abend nahm unser Zimmermann, Herr Manthos Kakavelakis, die Maße für eine neue Treppe, da die alte völlig ausgebrannt war. Wir diskutierten auch über eine solide Steinkonstruktion, um den Eingang zur Bibliothek sicherer zu machen. Diese wird dann auch den Eingang zum Frauenbad bilden. Alle Teppiche der Synagoge (ca. 30, seltene, meist antike türkische) waren rußbedeckt und verschmutzt von Feuerwehr und Polizei. Sie wurden weggepackt, um sie reinigen zu lassen.

Am 6.Januar, einen Tag nach dem Feuer, versammelten wir uns um 9h, um die Shaharith-Gebete zu rezitieren, wie es unser Brauch ist. Die Atmosphäre war verständlicherweise düster, aber der Direktor, Herr Stavroulakis, versuchte etwas des nachvollziehbaren Ärgers zu zerstreuen, indem er einen Überblick gab, über das was die letzten 24 Stunden passiert war. Wir müssen uns ärgern, über das, was unserer Synagoge passiert ist. Wenn nicht, wäre das ein Zeichen der Gleichgültigkeit oder moralischen Abgestumpftheit. Aber wogegen genau ist unser Ärger gerichtet? Das städtische Umfeld, in dem Etz Hayyim eine Rolle spielt, muss sorgfältig berücksichtigt werden und jede Gleichgültigkeit auf Seiten der Einwohner gegenüber den Bauten dieser Stadt und die kollektive 'Psyche' begünstigen gleichermaßen die Schändung von Denkmälern, Wohnhäusern und Treffpunkten. Worüber wir uns ärgern müssen ist die Ignoranz, die Rassismus, Diskriminierung und schlechte Selbsterkenntnis (badly examined lives) verursacht.

Wir haben in Etz Hayyim versucht, eine kleine Präsenz zu zeigen in einem Umfeld, das durch zuweilen fast aggressive Ignoranz geprägt ist. Wir haben das bis zu einem Grad betrieben, daß unsere Türen offen stehen von morgens bis spät, sodaß die Synagoge ein Platz für Gebet, Erinnerung und Versöhnung sein kann. In mancherlei Weise waren wir erfolgreich durch diese stille Präsenz - vielleicht aber nagt diese 'stille Präsenz' an Einigen und ist sogar eine Quelle von Ärger für Andere.

Ich habe oft darauf hingewiesen, daß wir wahrscheinlich die einzige bedeutende Synagoge in Griechenland, vieleicht sogar in Europa, sind, wo es kaum oder gar keine Anzeichen von Sicherheitsmaßnahmen gibt. Handtaschen werden nicht kontrolliert, es wird nicht nach dem Ausweis gefragt und man ist nicht verpflichtet, sich anzumelden. Dieser Charakter der Synagoge soll nicht geändert werden und die Türen müssen offen bleiben - oder wir würden aufgeben gegenüber der Ignoranz, die diese Schändung durchdringt. Unser Bewußtsein, was Ignoranz uns antun kann, wird sicher beeinflussen, wie die Reparaturarbeiten ausgeführt werden - aber zugleich müssen wir vorsichtig sein, daß nicht die Ignoranz die Natur unserer Präsenz bestimmt. Wir werden eine große Last zu stemmen haben um die Mittel für die notwendige Renovierung zusammen zubekommen und wir hoffen, daß Sie als alte oder neue Freunde uns dabei helfen. Jede Spende wird hoch geschätzt und natürlich dankbar begrüßt.


Der Freundeskreis ruft zu Spenden auf:

ALPHA BANK (Hania, Crete)
Account name: Friends of Etz Hayyim
Account # 776-002101-087154
IBAN: GR74 0140 6600 7760 0210 1087 154
BIC: CRBAGRAA

Anschrift:

Etz Hayyim Synagogue
Parados Kondylaki,
730 11, Hania, Crete, Hellas (GR)
Tel. & Fax +30 28210 862 86
Nicholas Stavroulakis, Project Director
Kontaktformular: Kontaktformular
e-mail: info@etz-hayyim-hania.org

Siehe auch:

Pressemitteilung des AK Distomo zum Jahrestag des Massakers von Kalavryta am 13.12.1943

Zum 65. Jahrestag des Wehrmachtsmassakers im griechischen Kalavryta: Deutsche Regierung verweigert den Opfern Entschädigung

Im griechischen Kalavryta wird heute wie an jedem Jahrestag mit großer Anteilnahme den Opfern des Massakers gedacht: Am 13. Dezember 1943 erschossen deutsche Wehrmachtssoldaten 477 Männer aus Kalavryta im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auf einem nahegelegenen Feld. Die Ortschaft wurde geplündert und die meisten Häuser wurden niedergebrannt. Das ‚Unternehmen Kalavryta’ war Teil einer groß angelegten Vergeltungsaktion, die die 117. Jägerdivision unter General Karl de Suire Anfang Dezember 1943 ausführte und bei der insgesamt fast 700 griechische Zivilisten ermordet und über 20 Ortschaften auf dem nördlichen Peloponnes zerstört wurden.

Deutschland verweigert bis heute den Opfern von NS-Massakern wie in Kalavryta eine finanzielle Entschädigung für ihr Leid und ihre materiellen Verluste. Es sei zu spät, man solle sich der Zukunft zuwenden, sagt die deutsche Regierung. Im Jahr 2000 sprach der damalige Bundespräsident Johannes Rau in Kalavryta lediglich von „Trauer und Scham“. Die Hinterbliebenen hatten zumindest eine Entschuldigung erwartet. Ihren Fragen nach Entschädigung wich Rau bewusst aus.

„Allerdings sind [in Griechenland] noch eine Reihe von Klagen von Opfern und Hinterbliebenen wegen Verbrechen der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg anhängig“, wie das Auswärtige Amt zutreffend feststellt. So auch im Fall Kalavryta.

Dieses Verfahren vor dem Oberlandesgericht Patras kann zurzeit nur nicht weitergeführt werden. Denn nachdem der Areopag, das höchste griechische Gericht, im Jahr 2000 im Fall des SS-Massakers von Distomo Deutschland rechtskräftig auf Zahlung von Entschädigung verurteilt hatte, entschied der griechische Sondergerichtshof 2002 - auf massive deutsche Intervention nicht nur rechtlicher Natur - in einem anderen Entschädigungsverfahren, dass Deutschland nun doch Staatenimmunität genieße, also in Griechenland nicht mehr verklagt werden könne.

Die Hinterbliebenen brachten den Fall Kalavryta daher vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Dort wurde 2007 entschieden, dass das europäische Recht keinen Gerichtsstand in Griechenland begründe. Damit wären die Menschen aus Kalavryta jedoch rechtlos gestellt. Die Anwälte der Klägerinnen und Kläger aus Kalavryta haben daher den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg angerufen. Rechtsanwalt Martin Klingner: „Straßburg soll entscheiden, dass die Verweigerung des Rechtswegs gegen die Menschenrechte der Opfer und Hinterbliebenen verstößt, um das Verfahren in Patras weiter führen zu können.“

Die juristische Auseinandersetzung im Fall Kalavryta wird also weiter gehen, genau wie die Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen Deutschland in Italien wegen des rechtskräftigen Urteils im Fall des NS-Kriegsverbrechens in Distomo. Die deutsche Regierung versucht jedoch im Bündnis mit der rechten italienischen Führung das höchstinstanzliche italienische Urteil in diesem und anderen Fällen durch eine fragwürdige Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu torpedieren.

Deutsche Botschaftsvertreter nehmen in Griechenland – und auch in Italien - seit 2000 aggressiv an allen größeren Gedenkveranstaltungen wegen NS-Massakern teil, um Entschädigungsforderungen von NS-Opfern durch billige Worte über eine gemeinsame Zukunft entgegenzuwirken.

Eine Delegation des Arbeitskreis Distomo wird an den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer des Massakers von Kalavryta teilnehmen, um die Überlebenden, Hinterbliebenen und ihre Angehörige bei ihren Forderungen nach Anerkennung der Verbrechen und Entschädigung zu unterstützen.

Hamburg, den 13.12.2008 Arbeitskreis Distomo

Mehr dazu: Stadt der Witwen - Vor 65 Jahren verübte die Wehrmacht in Kalavrita das größte Massaker an griechischen Zivilisten (Von Martin Seckendorf)

Slagveldreizen.nl

Im Oktober 2009: Niederländische Studeienreise zu Orten der Besatzungszeit und des Widerstandes auf Kreta slagvedlreizen.nl Man beachte auch die hier verlinkten Seiten, vor allem die dritte!

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Veranstaltungen in Köln Okt./Nov. 2008

  • Am Freitag 31.10.08 um 19:30h hält Prof. Christoph Ulrich Schminck-Gustavus einen Vortrag zu "Die NS-Besatzung in Griechenland und der Widerstand der griechischen Bevölkerung"
  • Am Donnerstag 13. November um 19.30h gibt es eine Veranstaltung zu "Diktaturen und Widerstand in Griechenland, Spanien und Portugal" mit Cristina Krippahl, Journalistin und Autorin und Paco Mirallas, Soziologe und Theaterpädagoge und Kostas Papanastasiou, Schauspieler und Musiker.

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Wer sich die langen Bilderstrecken z.B. bei Kondomari und Viannos jetzt ohne ständiges Hin- und-Herklicken angucken will, hat jetzt beim Firefox eine komfortable Bildergalerie.

Hagen Fleischer und Eberhard Rondholz in Berlin am 9.11.08

Am Sonntag, 09. November 2008, um 19.30, im Pinellodrom lädt Exantas Berlin ein zu einem Kamingespräch mit Prof. HAGEN FLEISCHER, Athen, im Gespräch mit EBERHARD RONDHOLZ zum Thema: "Die deutsch-griechischen Beziehungen seit 1945" .

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Gericht verbietet Naziopfern, Nazikriegsverbrecher als solche zu benennen: Artikel in Junge Welt vom 14.7.2008

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