Deutsche Kriegsverbrechen

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Angaben aus 'The Cretan Resistance 1941 - 1945' Hg. N.A.Kokonas

Die Angaben entstammen - so beschreibt es das Buch - aus einem internen Dokument des Britischen Geheimdienstes.

Inhaltsverzeichnis

1941

1. 1. - 10.Juni 1941

Zerstörung von Kandanos (Selino) und teilweise Zerstörung von Kakopetro und Floria (Selino). 180 Mann erschossen. Vergeltungsmaßnahme für Aktionen der Zivilbevölkerung während der deutschen Invasion. Verantwortlich: General Student.

2. 1. August 1941

Zerstörung von Skines (Kydonia) und Exekution von 147 Personen aus Skines, Fournes, Alikianos. Vergeltungsmaßnahme wie oben. Verantwortlich: General Student Insgesamt wurden nach deutschen Angaben 700 Personen als Freischärler erschossen.

3. 1. - 8. September 1941

Razzia auf der Omalos-Ebene 39 griechische Zivilisten und 6 britische Personen erschossen wegen versuchten Widerstands. Ausgeführt von einem Alpenjäger Regiment

(1 - 3 aus einem italienischen Bericht, basierend auf deutschen Quellen datiert vom 18.Dezember 1942....)

1942

4. Juni 1942

Exekution von 9 Mann in Mires und von 5 Mann in Plora (Kenourgio) Vergeltungsmaßnahme für die Exekution eines griechischen Verräters in jedem der Dörfer.

5. 14.Juni 1942

Exekution von 50 Geiseln in Heraklion, darunter der ex-Govenor General von Kreta, der ehemalige Bürgermeister von Heraklion und andere Prominente. Vergeltungsmaßnahme wegen Sabotage-Anschlag durch S.B.S. auf die Flughäfen Heraklion und Kastelli Pediados. Verantwortlich: General der Flieger Andrae Lt.Col Bassange, Abwehr Offizier und Capt. Litzenberger, Kreiskommandant Heraklion.

6. Juni - Dezember 1942

gewaltsame Plünderungen in der Region Malevisio und Monofatsi. Folterung vieler gefangengenommener Personen (Herausziehen von Zähnen und Fingernägeln, Druck auf die Schläfen, Bastonade, Schnitte an Rücken mit Rasiermessern) Verantwortlich: Sdf Schubert

1943

7. Juli 1943

Exekution von 50 Geiseln in Heraklion Vergeltungsmaßnahme wegen Sabotageakt durch S.B.S. auf den Flughafen Kastelli Pediados und petrol dump in Peza. Strafmildernde Umstände: der Kreiskommandant wählte Kriminelle und Juden zur Exekution aus und machte die vorgesehene Anzahl nicht voll. (sic!)

8. 15.August 1943

Vorizia (Kenourgio) in Brand gesetzt Grund: Hilfe des Dorfes für die Guerillagruppe von Petrakogeorgis. Verantwortlich: Major General Heinrich Müller

9. 20. - 21.August 1943

31 Mann von Avdela und Agios Mamas (Mylopotamos) von Deutschen erschossen. Sieben von ihnen waren Hirten, die ihre Herden in der verbotenen Zone des Psiloritis hatten weiden lassen, sie wurden ohne Warnung erschossen und am folgenden Tag wurden die Verbliebenen, die mit einem Priester kamen, um ihre Kameraden zu beerdigen, erschossen. Verantwortliche Einheit: 22 Pi Bn (damals stationiert in Garazo (Mylopotamos).

10. ohne Datum (September 1943)

Verbrennen von Kato Symi, Ano Symi, Pefkos, Gdochia, Mournies, Riza, Myrtos in der Viannos- und Ierapetra-Region Einrichtung einer verbotenen Zone zwischen den Lasithi-Bergen und der Südküste und Zerstörung aller Häuser, Hütten und Ställe in dieser Zone. Ermordet wurden etwa 1.000. Viele individuelle Grausamkeiten, wie Aufschlitzen schwangerer Frauen und Erstechen von Babys mit dem Bajonett. Vergeltungsmaßnahme für eine Guerilla-Aktion der Bandouvas-Gruppe in Kato Symi, als eine deutsche Kompanie, die dort Verhaftungen vornahm, überfallen und vernichtet wurde. Verantwortlich: Generalmajor Müller, Einheit 65 Infanterie Regiment.

11. 1. - 7.Oktober 1943

Verbrennen von Koustogerako, Moni, Livadas (Selino) mit ca. 50 Toten Grund: Hilfe der Dörfer für BLO und die Partisanen. Verantwortlich: Fliegergeneral Bräuer

12. 6. - 10.Oktober 1943

Zerstörung von Kallikratis (Sfakia) und teilweise Verbrennung von Rodakino und Kali Sykia (Agios Vasilios). Ca. 50 Tote. In Kali Sykia wurden Frauen in die brennenden Häuser geworfen und lebendig verbrannt. Als Folge des Aufeinanderstoßens der Bandouvas-Gruppe, unterstützt von den Anwohnern, und einer deutschen Patrouille in der Nähe von Kali Sykia. Ausgeführt von "Jagdkommando Schubert", Griechische Einheit unter Sdf Schubert (Verhör von Baltzakis und Katzalakis, Mitglieder dieser Einheit. Appx. 'A' to 3rd Report by LtCol Dunbabin 27.Januar 44)

13. ohne Datum

Terror-Razzia durch "Jagdkommando Schubert", Töten von ca. 30 Man in Kritsa (Mirabello), Tzermiado (Lasithi), Miamou (Kenourgio) und Plünderung persönlicher Feinde durch Mitglieder des Jagdkommandos.

1944

14. 1. - 4.Mai 1944

(I) Verbrennen von Kamares und Margarikari, Pyrgiotissa und Lochria (Amari). Grund: Hilfe, die Petrakogeorgis gegeben wurde. Anlass: Entführung von General Kreipe.

(II) Verbrennen von Sachtouria (Agios Vasilios) Männliche Einwohner wurden inhaftiert und 15 von ihnen nacheinander exekutiert. Grund: Landung von Waffen in der Nähe von Sachtouria Verantwortlich: General Bräuer Zerstörung dieser Dörfer ausgeführt durch [i]22 Pi Bn dets, vom 65. Infanterieregiment. Die Dorfbewohner stimmten darin überein, daß die Infanterie (bis auf die Offiziere) nicht mit dem Herz bei der Sache war, aber die Pioniere schon.

dazu: "Die deutsch kontrollierte kretische Zeitung Paratirits druckte am 5.Mai (1944) eine 'Bekanntmachung', die in deutscher Übersetzung lautet: "Die Dörfer Kamares, Lochira, Margarikari und Sachtouria (...) sind zerstört und ausgelöscht worden. Die Männer wurden gefangen genommen, Frauen und Kinder in andere Dörfer verbracht. Diese Dorfbewohner haben monatelang kommunistische Banden unter Anführung gedungener, käuflicher Individuen Unterkunft und Schutz gewährt. Dabei ist der friedfertige Teil der Bevölkerung ebenso schuldig, denn er hat diese hochverräterischen Umtriebe nicht den Behörden gemeldet."[1]

15. 15. - 30.August 1944

(I) Verbrennen von Anogia (Mylopotamos), ca. 50 Mann getötet. Teilweise Zerstörung von Damasta (Malevisio), ca. 30 Mann getötet. 19 Mann (von insgesamt 21) getötet in Kamariotes (Mylopotamos). Grund: Sabotage in Damasta durch Capt. Moss und Aktivitäten von Partisanen aus Anogia

(II) Exekution von 35 Mann (von insgesamt 942) in Sarkos (Malevisio). Grund: ein Verräter war dort exekutiert worden.

(III) Verbrennen von Sokara (Monofatsi), 30 Mann getötet. Grund: Elas-Aktivitäten in der Nachbarschaft

(IV) Exekution von 74 Personen in Gergeri, Nivrytos, Skourvoula, Magarikari, Kamares, Grigoria. Zerstörung der Hütten in der Region Margarikari, Kamares, Vorizia, die schon zerstört war und Plünderung der Ernten. Vergeltungsmaßnahme für Aktivitäten der Petrakogeorgis-Gruppe

(V) Verbrennen von Ano Meros, Dryfies, Vryses, Kardaki, Gourgouthi, Gerakari, Smiles (Amari), und Krya Vrysi (Agios Vasilios). Ca. 200 Tote. Grund, der von den Deutschen angegeben wurde: General Kreipe hatte diese Dörfer passiert. Das 822. Infanterie Bn nahm teil.

(VI) Teilweise Zerstörung von Kouneni, Limni, Floria, Kakopetro, Kissamos und Palea Roumata (Kydonia). Grund: ELAS-Aktivitäten in der Region

(VII) Exekution von 65 Mann (von insgesamt 72) in Malathyra (Kissamos) Kein ersichtlicher Grund.

Diese und andere kleinere Operationen wurden ausgeführt auf Befehl von Generalmajor Müller, um den bevorstehenden Rückzug der Deutschen zu decken und sicherzustellen, daß dieser nicht behelligt würde, und um seine Truppen in terroristische Akte zu verwickeln, um so Defätismus zu begegnen. Insgesamt wurden fast 1.000 Personen getötet. Zusätzlich zur Exekution von Geiseln wurden viele alte Frauen, die nicht aus ihren Dörfern fliehen konnten und so Zeuginnen der Grausamkeiten wurden, erschossen.

16. 12. - 14.November 1944

Verbrennen von Panagia, Agios Georgios, Aletrouvari, Loulos, Katochori, Chorafiana, Achlades und Teile von Kambi (Kydonia). Plünderung von Häusern und Vertreibung der Einwohner. Alte Männer und Frauen wurden lebendig verbrannt in Agios Georgios, Panagia und Aletrouvari. Anläßlich von Operationen gegen ELAS in dieser Region. Verantwortlich: Generalmajor Benthack.

1945

17. März 1945

Vertreibung von Einwohnern von Neo Chorio und Armeni (Apokoronas) und Plünderung der Häuser. Grund: zwei Deutsche wurden in der Nachbarschaft tot aufgefunden. Verwantwortlich: Generalmajor Benthak.

Zu den deutschen Offizieren, die bereits namentlich genannt wurden, sollten die folgenden hinzugefügt werden: S.D.F. Hartmann (dessen richtiger Name Roberto Ruggero sein soll, geboren in Thessaloniki) Abwehroffizier, Heraklion und Cheforganisator der Gegenspionage. Verantwortlich für viele Verhaftungen und Exekutionen. Ibrahim (Tselo), Albaner, Nachname unbekannt (Mörder des albanischen Ministers Hassan Pristina in Thessaloniki 1934); Agent, der die Rethymnon- und Apokoronas-Gegend terrorisierte nach dem Schubert-Modell Oktober - Dezember 1943.

Jeder Offizier der Abwehr und Offizier oder Angehöriger der G.F.P. kann als Kriegsverbrecher betrachtet werden bis zum Beweis des Gegenteils.

  1. Prescher, Hans: General Kreipe wird entführt. Mähringen 2007. S.52