Sfakia

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Sfakia 1943 auf einer Ansichtskarte der Gebirgsjäger

Sfakia (Τα Σφακιά von „Schlucht“) ist eine Gemeinde (Δήμος, Dimos) in der Präfektur Chania. Laut Volkszählung vom Jahr 2001 leben insgesamt etwa 2.500 Menschen im Gemeindegebiet. Verwaltungssitz ist Chora Sfakion.

Geografie

Geografische Lage

Sfakia liegt an der Südküste Kretas am Libyschen Meer. Sie ist die südöstlichste Gemeinde der Präfektur Chania und grenzt im Osten an die Gemeinde Finikas in der Präfektur Rethymno. Die Gemeinde Sfakia hat eine Fläche von 467,6 km². Die Ost-West-Ausdehnung beträgt etwa 40 Kilometer, die Nord-Süd-Ausdehnung 18 Kilometer.

Das Gemeindegebiet umfasst im Westen die Gebirgsregion der Lefka Ori (Weiße Berge) östlich der Omalos-Hochebene. Nahe der Tripiti-Schlucht grenzt die Sfakia an die Gemeinde Ost-Selino (Anatoliko Selino). An den östlichen Ausläufern der Lefka Ori entlang passiert die Straße von der Nord- an die Südküste die Askifou-Hochebene. Die Berge fallen hier in der westlichen Sfakia steil ins Meer ab, an einigen Schluchtausgängen haben sich kleine Strände gebildet. Östlich der Straße ziehen sich die Berge bis zur Gemeinde Finikas. Hier ist den Bergen eine größere Küstenebene mit Sandstränden und zahlreichen kleineren Buchten vorgelagert.

Mehrere große Schluchten, mit kleineren Nebenschluchten, verlaufen in nord-südlicher Richtung. Von Westen aus sind dies die Tripiti-, Kladou- (oder Domata-), Samaria-, Eligia-, Aradena-, Iligias-, Sfakiano-, Imbros-, Asfendou- und Kallikratis-Schlucht. Bis zum Bau der Straße bildete die Imbros-Schlucht den Hauptzugang zur Sfakia von Norden aus.

Ortsteile und Siedlungen

Das Gemeindegebiet von Sfakia ist identisch mit dem der ehemaligen Provinz (επαρχία) Sfakia, die aus neun Landgemeinden (κοινότητες) bestand, die nach dem Kapodistrias-Plan, der griechischen Gemeindereform von 1997, zu einer einzigen Gemeinde (δήμος) zusammengefasst wurden. Diese besteht aus neun Gemeindebezirken mit jeweils einigen Dörfern und Ansiedlungen:

  • Chora Sfakion
  • Agia Roumeli
    • Agia Roumeli
    • Palea Agia Roumeli
  • Agios Ioannis
    • Agios Ioannis
    • Aradena
  • Anopolis
    • Anopolis
    • Livaniana
    • Loutro
  • Askyfos
    • Ammoudari
    • Goni
    • Kares
    • Petres
  • Asfendos
    • Asfendos
    • Agios Nektarios
    • Vouvas
    • Nomikiana
  • Imbros
    • Imbros
    • Vraskas
  • Patsianos
  • Skaloti
    • Skaloti
    • Argoules

In der Zusammengehörigkeit der Orte und Siedlungen spiegelt sich die Lebensform der traditionellen Hirtengesellschaft: Asfendos zum Beispiel liegt in den Bergen auf einer kleinen Hochebene, Agios Nektarios, Vouvas und Nomikiana liegen fast am Fuß der Bergkette am nördlichen Rand der Küstenebene von Frangokastello. Gleiches gilt für Imbros und Vraskas und für Kallikratis und Patsianos / Kapsodasos. Die Bergdörfer sind jeweils durch eine Schlucht mit den küstennahen Orten verbunden. Traditionell waren sie nur im Sommer bewohnt. Im Herbst, wenn die Schafe und Ziegen nicht mehr weiden konnten, zogen die Einwohner mit ihren Herden um in die Nähe der Küste. Durch besseren Straßenanschluss der Dörfer, Stromversorgung und verbesserte Heizmöglichkeiten werden die Bergdörfer inzwischen teilweise ganzjährig bewohnt.

Museen

  • Kriegsmuseum von Jorgos Chatzidakis in Kares / Askifou
    Am Nordrand der Askifou-Ebene im Dorf Kares haben Jorgos Chatzidakis (gest. 2007) und sein Vater Kriegsgerät aller Arten und von allen Kriegsbeteiligten, Dokumente, Zeitschriften und Bücher, zusammengetragen. Schwerpunkt ist die deutsche Besatzungszeit Kretas, aber auch Ausstellungsstücke aus früheren Kriegen, landwirtschaftliches Gerät, eine Raki-Brennapparatur und ein kretisches Zimmer sind zu besichtigen. Viele Fundstücke haben die alliierten Soldaten bei ihrem Rückzug nach Chora Sfakion Ende Mai 1941 weggeworfen, bez. die sie verfolgenden Wehrmachtssoldaten. Das Museum hat keine festen Öffnungszeiten, die Eigentümer wohnen auf dem Gelände, zeigen die Ausstellung und bieten in der Sitzecke im Außenbereich Raki oder Kaffee an. Ein freiwilliger Beitrag, um die Ausstellung weiter erhalten zu können, wird erwartet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die flächenmäßig größte Gemeinde im Nomos Chania wird wegen ihrer Topographie nur von wenigen Durchgangsstraßen erschlossen. Von der Nordküste führt eine Straße über Vrysses und die Askifou-Hochebene nach Chora Sfakion und von dort weiter über Anopolis bis nach Agios Ioannis. Von dieser Straße zweigen zwei Straßen in östlicher Richtung ab: bei Imbros die Straße, die über Asfendos und Kallikratis nach Asi Gonia, bez. Myriokefala, und von dort weiter über Argyroupolis zur Nordküste führt und zwischen Komitades und Chora Sfakion eine Abfahrt zu den Dörfer der Frangokastello-Küstenebene und weiter nach Plakias. Seit 2007 ist die serpentinenreiche Abfahrt von der Asfendos-Kallikratis-Straße hinunter nach Patsianos / Kapsodassos asphaltiert. Zahlreiche Schotterstraßen und einige asphaltierte Straßen führen zu den Schaf- und Ziegenweiden, den kleineren Hochplateaus, zu den entlegeneren Dörfern und zu verlassenen und verfallenen Siedlungen.

Regelmäßige Fährverbindungen bestehen zur Insel Gavdos und zwischen Chora Sfakion - Loutro - Agia Roumeli und von dort weiter nach Sougia und Paleochora. Zu den Orten Loutro und Agia Roumeli (am Ausgang der Samaria-Schlucht) gelangt man nur per Schiff oder zu Fuß. Von Chora Sfakion fahren in der Touristensaison Boote zum Glyka Nera-Strand und von Loutro aus zum Marmaro-Strand am Ausgang der Aradena-Schlucht.

Einzelnachweise


Weblinks