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Patrick Leigh Fermor (re) mit Billy Moss in Wehrmachtsunform kurz vor der Kreipe-Entführung

"An Adventure" Artemis Coopers Biographie von Patrick Leigh Fermor ist am 11.Oktober 2012 erschienen. Leigh Fermor hatte zusammen mit Manolis Paterakis, Giorgos Tyrakis und Billy Moss sowie zahlreichen weiteren KreterInnen am 26.4.1944 den deutschen General Heinrich Kreipe aus Archanes entführt. 15 Tage lang dauerte der Marsch über die Insel bis zur Südküste, von wo aus die Entführergruppe mit Kreipe per Schiff nach Ägypten gelangte.

Paddy Leigh Fermor hatte schon im September 1943 einen General von der Insel begleitet. Dieser war aber freiwillig mitgegangen - der italienische General Carta nach der Kapitulation Italiens.

In 'An Adventure' werden Leigh Fermors Erlebnisse auf Kreta ausführlich beschrieben - eine äußerst lesenswerte Lektüre!


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5.1.2009: Brandanschlag auf die Etz Hayyim Synagoge Chania

Leicht gekürzte Übersetzung aus dem Web-Blog der Synagoge:

Zwischen Mitternacht und ein Uhr in der Nacht des 5.Januar wurde ein schwerwiegender Anschlag auf die Synagoge verübt. Ein, zwei oder mehr Personen stiegen über das Eisentor im Südgarten. Sie zerstörten ein ottomanisches Polster und stopften den Inhalt in einen Kanister mit einer brennbaren Flüssigkeit, den sie unter dem Holzwerk von ezrat nashim ansteckten. Das obere Stockwerk, die Frauenabteilung (ezrat nashim), dient als Büro des Direktors und als Bibliothek und Leseraum und enthält zahlreiche wertvolle Bücher in verschiedenen Sprachen über osmanische, byzantinische und jüdische Kunst und Architektur wie auch über europäische und Nah-Ost-Geschichte von prähistorischer Zeit an und auch eine große Abteilung mit Büchern zur kretischen Geschichte. Ein Computer und ein CD-Player mit mehr als 150 CDs mit sephardischer liturgischer und weltlicher Musik befand sich auch im Büro.

Wahrscheinlich dauerte es nur Minuten bis die Brandstifter sich davonmachten und das Feuer produzierte Rauch, der in die Synagoge quoll und dann durch das kleine Fenster in der Fassade der Synagoge hinaus auf die Straße. Yannis Pietra, ein albanischer Migrant, der in der Nähe der Synagoge lebt, roch den Rauch und rief die Polizei und die Feuerwehr. Dann machte er sich auf, um den Direktor der Synagoge zu suchen, der bald zusammen mit Besnik Seitas, dem Handwerker der Synagoge eintraf.

Ungefähr zur selben Zeit bemerkte auch Nasr Alassoud, ein junger Marokkaner, den Rauch, der die Straße zum Hafen hinab strömte. Er erwies sich als sehr hilfreich für den Direktor.

Um 1:45h hatte die Feuerwehr das Feuer gelöscht und die Polizei begann mit ihrer Arbeit. Aber erst am nächsten Tag wurde das Ausmaß der Schäden deutlich. Anja Zuckmantel-Papadakis, unsere Bibliothekarin, und ihr Ehemann waren eingetroffen, kurz nachdem das Feuer aus war.

Was ziemlich auffällig war, war das Fehlen der Anwohner, obwohl der unglaubliche Lärm der Alarmanlage und der Sirenen der beiden Feuerwehrfahrzeuge in der ganzen Nachbarschaft zu hören war. Was aber besonders verstörend war und ein offensichtliches Zeichen von Mangel an bürgerlicher Verantwortung, war der offensichtliche Mangel an Sensibilität für die Tatsache daß, wenn die Synagoge gebrannt hätte, mindestens die Hälfte der Altstadt von Chania in Flammen aufgegangen wäre, da die engen Straßen und unzugänglichen Stadtteile den Feuerwehren den Zugang verwehrt hätten.


Übersetzung wird fortgesetzt.

By 7:00 AM a deposition was made by the director with the police and the somewhatience of assessing the damage done was carried out. Members of the Synagogue fraternity: Paola Nikotera, Konstantine Fischer, Sam Cohen and David Webber were on hand to examine what had taken place – to books, structure as well as to assist the police in establishing evidence part of which was a bar of soap that had been thrown against the outer wall. (A common anti-semitic quip in Greek runs…’I'll make you into a bar of soap!’) As the mains of the Synagogue had been disconnected in the course of extinguishing the fire, we were informed that it would perhaps take up to a week to have them reconnected. The prospect was met when Mr Giorgos Archontakis, an engineer, offered to help us with this. As we were dealing with this, Angeliki Psaraki our photographer arrived to take pictures of the damage and later with Mr Archontakis. These two were successful in submitting the necessary papers to the Electric Company and by 5:00 PM we had electricity again which considerably raised morale though the damage by now was even more apparent. The Siphrei Torah were fortunately well protected in their Ehal but the walls of the interior of the sanctuary as the wooden ceiling have been streaked and covered by water laden soot as well. Much of the naked stone on the interior has been badly stained and by early evening we set in motion plans for the cleaning of the walls and even ordered the scaffolding. By late evening our carpenter, Mr Manthos Kakavelakis had taken measurement for the new stair as the old one was completely gutted in the fire and we had discussed the creation of a solid stone wall to protect the new library entrance. This structure will be articulated so as to include the entrance to the mikveh. All of the carpets of the synagogue (some 30 odd and most of them antique Turkish) had been covered with soot and messed about by the fire-fighters and police. These have been packed up in readiness for cleaning. On the 6th January, a day after the fire we assembled together to recite Shaharith prayers at 9:00 as is our custom. The atmosphere was understandably sombre but the director – Mr Stavroulakis – tried to divert some of the understandable anger by looking over what had happened over the past 24 hours or so. We must be angry over what has happened to our synagogue. If we were not it would be an indication that we were either indifferent or morally numb. But exactly against what is our anger directed? The urban context in which Etz Hayyim figures at this moment must be considered carefully and any indifference on the part of the citizens to the material fabric of this city and its collective ‘psyche’ is tantamount to abetting to a degree the desecration of monuments, of homes and sites of common meeting. What we must be angry about is the ignorance that determines racism, discrimination or badly examined lives. We have tried at Etz Hayyim to be a small presence in the midst of what is at times almost aggressive ignorance. We have done this to such a degree that our doors are open from early in the morning until late in the day so that the Synagogue assumes its role as a place of prayer, recollection and reconciliation. In many ways we have been successful through this quiet presence – perhaps our ‘silent presence’ wears not too well on some and is even a source of annoyance to others. Often I have pointed out that we are perhaps the only synagogue of significance in Greece, possibly Europe, where there is little if any overt sign of protective security. Hand-bags are not checked, ID cards and passports are not examined, and one is not obliged to sign in. This character of the Synagogue must not change and the doors must remain open – or we have given in to the ignorance that has perpetrated this desecration. Our awareness of what ignorance can do to us will certainly determine how certain repairs are to be made – but at the same time we must be cautious about allowing ignorance to affect or determine the nature of our presence. We will have a heavy burden of funding the necessary renovations and we hope that you as either old friends or new ones will assist us. Any donations will be deeply appreciated and, of course, welcome.

Der Freundeskreis ruft zu Spenden auf:

ALPHA BANK (Hania, Crete)
Account name: Friends of Etz Hayyim
Account # 776-002101-087154
IBAN: GR74 0140 6600 7760 0210 1087 154

Anschrift:

Etz Hayyim Synagogue
Parados Kondylaki,
730 11, Hania, Crete, Hellas (GR)
Tel. & Fax +30 28210 862 86
Nicholas Stavroulakis, Project Director
Kontaktformular: Kontaktformular
e-mail: info@etz-hayyim-hania.org

Siehe auch:

Pressemitteilung des AK Distomo zum Jahrestag des Massakers von Kalavryta am 13.12.1943

Zum 65. Jahrestag des Wehrmachtsmassakers im griechischen Kalavryta: Deutsche Regierung verweigert den Opfern Entschädigung

Im griechischen Kalavryta wird heute wie an jedem Jahrestag mit großer Anteilnahme den Opfern des Massakers gedacht: Am 13. Dezember 1943 erschossen deutsche Wehrmachtssoldaten 477 Männer aus Kalavryta im Alter zwischen 15 und 65 Jahren auf einem nahegelegenen Feld. Die Ortschaft wurde geplündert und die meisten Häuser wurden niedergebrannt. Das ‚Unternehmen Kalavryta’ war Teil einer groß angelegten Vergeltungsaktion, die die 117. Jägerdivision unter General Karl de Suire Anfang Dezember 1943 ausführte und bei der insgesamt fast 700 griechische Zivilisten ermordet und über 20 Ortschaften auf dem nördlichen Peloponnes zerstört wurden.

Deutschland verweigert bis heute den Opfern von NS-Massakern wie in Kalavryta eine finanzielle Entschädigung für ihr Leid und ihre materiellen Verluste. Es sei zu spät, man solle sich der Zukunft zuwenden, sagt die deutsche Regierung. Im Jahr 2000 sprach der damalige Bundespräsident Johannes Rau in Kalavryta lediglich von „Trauer und Scham“. Die Hinterbliebenen hatten zumindest eine Entschuldigung erwartet. Ihren Fragen nach Entschädigung wich Rau bewusst aus.

„Allerdings sind [in Griechenland] noch eine Reihe von Klagen von Opfern und Hinterbliebenen wegen Verbrechen der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg anhängig“, wie das Auswärtige Amt zutreffend feststellt. So auch im Fall Kalavryta.

Dieses Verfahren vor dem Oberlandesgericht Patras kann zurzeit nur nicht weitergeführt werden. Denn nachdem der Areopag, das höchste griechische Gericht, im Jahr 2000 im Fall des SS-Massakers von Distomo Deutschland rechtskräftig auf Zahlung von Entschädigung verurteilt hatte, entschied der griechische Sondergerichtshof 2002 - auf massive deutsche Intervention nicht nur rechtlicher Natur - in einem anderen Entschädigungsverfahren, dass Deutschland nun doch Staatenimmunität genieße, also in Griechenland nicht mehr verklagt werden könne.

Die Hinterbliebenen brachten den Fall Kalavryta daher vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Dort wurde 2007 entschieden, dass das europäische Recht keinen Gerichtsstand in Griechenland begründe. Damit wären die Menschen aus Kalavryta jedoch rechtlos gestellt. Die Anwälte der Klägerinnen und Kläger aus Kalavryta haben daher den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg angerufen. Rechtsanwalt Martin Klingner: „Straßburg soll entscheiden, dass die Verweigerung des Rechtswegs gegen die Menschenrechte der Opfer und Hinterbliebenen verstößt, um das Verfahren in Patras weiter führen zu können.“

Die juristische Auseinandersetzung im Fall Kalavryta wird also weiter gehen, genau wie die Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen Deutschland in Italien wegen des rechtskräftigen Urteils im Fall des NS-Kriegsverbrechens in Distomo. Die deutsche Regierung versucht jedoch im Bündnis mit der rechten italienischen Führung das höchstinstanzliche italienische Urteil in diesem und anderen Fällen durch eine fragwürdige Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu torpedieren.

Deutsche Botschaftsvertreter nehmen in Griechenland – und auch in Italien - seit 2000 aggressiv an allen größeren Gedenkveranstaltungen wegen NS-Massakern teil, um Entschädigungsforderungen von NS-Opfern durch billige Worte über eine gemeinsame Zukunft entgegenzuwirken.

Eine Delegation des Arbeitskreis Distomo wird an den Feierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer des Massakers von Kalavryta teilnehmen, um die Überlebenden, Hinterbliebenen und ihre Angehörige bei ihren Forderungen nach Anerkennung der Verbrechen und Entschädigung zu unterstützen.

Hamburg, den 13.12.2008 Arbeitskreis Distomo

Mehr dazu: Stadt der Witwen - Vor 65 Jahren verübte die Wehrmacht in Kalavrita das größte Massaker an griechischen Zivilisten (Von Martin Seckendorf)

Slagveldreizen.nl

Im Oktober 2009: Niederländische Studeienreise zu Orten der Besatzungszeit und des Widerstandes auf Kreta slagvedlreizen.nl Man beachte auch die hier verlinkten Seiten, vor allem die dritte!

PowerPointPräsentation

Zum Vorstellen des Kreta-Wiki auch ohne Internetzugang (12 Folien, ca. 2,67MB): Datei:Kreta Wiki 1.ppt

Veranstaltungen in Köln Okt./Nov. 2008

  • Am Freitag 31.10.08 um 19:30h hält Prof. Christoph Ulrich Schminck-Gustavus einen Vortrag zu "Die NS-Besatzung in Griechenland und der Widerstand der griechischen Bevölkerung"
  • Am Donnerstag 13. November um 19.30h gibt es eine Veranstaltung zu "Diktaturen und Widerstand in Griechenland, Spanien und Portugal" mit Cristina Krippahl, Journalistin und Autorin und Paco Mirallas, Soziologe und Theaterpädagoge und Kostas Papanastasiou, Schauspieler und Musiker.

Alles im Allerweltshaus Köln

NEU im kreta-wiki: Photogalerie

Wer sich die langen Bilderstrecken z.B. bei Kondomari und Viannos jetzt ohne ständiges Hin- und-Herklicken angucken will, hat jetzt beim Firefox eine komfortable Bildergalerie.

Hagen Fleischer und Eberhard Rondholz in Berlin am 9.11.08

Am Sonntag, 09. November 2008, um 19.30, im Pinellodrom lädt Exantas Berlin ein zu einem Kamingespräch mit Prof. HAGEN FLEISCHER, Athen, im Gespräch mit EBERHARD RONDHOLZ zum Thema: "Die deutsch-griechischen Beziehungen seit 1945" .

Exantas Pinellodrom

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Zensur durch Gebirgsjäger

Gericht verbietet Naziopfern, Nazikriegsverbrecher als solche zu benennen: Artikel in Junge Welt vom 14.7.2008

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