Chora Sfakion


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Der Ort

Chora Sfakion

Chora Sfakion ist ein kleiner Fischer- und Touristenort an der westlichen Südküste Kretas am Libyschen Meer und der Hauptort des Verwaltungsbezirks (Dimos) Sfakia im Nomos Chania.

Es hat etwa 300 Einwohner, etwa 25 Kirchen und Kapellen, eine Grundschule und ein Gymnasium (ohne die Oberklassen).

Eine 39 km lange, serpentinenreiche Straße führt durch die östlichen Ausläufer der "Lefka Ori" (Weiße Berge) über Imbros und Askifou nach Vrisses. Dort trifft sie auf die Ost-West Schnellstraße Chania - Iraklion (New Road).
Weitere Straßen: Eine schöne Panoramastraße entlang der Südküste nach Osten über Frangokastello, Sellia und eine Straße nordwestlich nach Anopolis, Aradena und Agios Ioannis.

Zu den westlich gelegenen Küstenorten Loutro, Agia Roumeli, Sougia und Paleochora sowie zur Insel Gavdos (38 km südlich Kreta) fahren Fähren.
Ein neuer Hafen wird gerade fertiggestellt. Er bietet kleineren Schiffen ganzjährig sehr guten Schutz.

Chora Sfakion ist ein ideales Wanderrevier mit vielen alten, teils gepflasterten, Pfaden.
Auch der Europawanderweg E4 führt hier vorbei.


Position (Leuchtfeuer alter Hafen, WGS84): N 35°12,04' O 24°08,11'

Was geschah

Mahnmal in Chora Sfakion

1. - 8.September 1941

Nach der Niederlage in der 'Schlacht um Kreta' versuchten die aliierten Soldaten (v.a. Briten, Australier, Neuseeländer) die Insel über Häfen an der Südküste zu verlassen. Tausende kamen nach Sfakia, von hier aus fanden Evakuationen nach Ägypten statt. Viele erreichten kein Schiff mehr und wurden als Kriegsgefangene nach Nordkreta zurückgeführt. Einige entkamen und wurden von der kretischen Bevölkerung in den Bergen, Dörfern und Klösten versteckt.

Die Deutschen Kampftruppen erreichten am 1. Juni 1941 Chora Sfakion und richteten für die nächsten 2 Monate ein Lager für 500 ihrer Soldaten ein.

Viele Kreter aus der Umgebung wurden gefangen genommen und in Chora Sfakion im Haus von N. Manousogiannakis eingesperrt.

Ab 1. September wurden im Haus von Andreas Vourdoumpas durch einen Militärrichter Urteile gefällt. Diejenigen Angeklagten, die zum Tode verurteilt waren, wurden zu je zwei zu einem Graben auf den Hügel hinter dem Venezianischen Fort geführt. Ihre Oberkörper wurde entkleidet, sie wurden fotografiert und dann erschossen. Die Toten mußten am Ort liegen gelassen werden und durften einige Tage nicht beerdigt werden.


Quellen:

  • Artikel in "Chaniotika Nea" am 2.8.2001
  • Manouselis,Giorgios: Sfakia, Petrina Chronia 1940-45. Chania 2007(in Griechisch)

Die Begründungen für die Exekutionen werden in den Quellen nicht genannt.

Opfer

Chora Sfakion: Gebeine im Mahnmal

Auf dem Gedenkstein in Chora Sfakion für die Opfer der Hinrichtung sind 25 Namen aufgeführt. Die Opfer waren aus

Chora Sfakion: 2
Komitades: 1
Agia Roumeli: 2
Livaniana: 1
Anopolis: 14
anderen Orten: 5

Weblinks