Chora Sfakion

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Der Ort

Chora Sfakion

Chora Sfakion ist ein kleiner Fischer- und Touristenort an der westlichen Südküste Kretas am Libyschen Meer und der Hauptort des Verwaltungsbezirks (Dimos) Sfakia im Nomos Chania.

Es hat etwa 300 Einwohner, etwa 25 Kirchen und Kapellen, eine Grundschule und ein Gymnasium (ohne die Oberklassen).

Eine 39 km lange, serpentinenreiche Straße führt durch die östlichen Ausläufer der "Lefka Ori" (Weiße Berge) über Imbros und Askifou nach Vrisses. Dort trifft sie auf die Ost-West Schnellstraße Chania - Iraklion (New Road). Weitere Straßen: Eine schöne Panoramastraße entlang der Südküste nach Osten über Frangokastello, Sellia und eine Straße nordwestlich nach Anopolis, Aradena und Agios Ioannis.

Zu den westlich gelegenen Küstenorten Loutro, Agia Roumeli, Sougia und Paleochora sowie zur Insel Gavdos (38 km südlich Kreta) fahren Fähren. Ein neuer Hafen wird gerade fertiggestellt. Er bietet kleineren Schiffen ganzjährig sehr guten Schutz.

Die Gegend von Chora Sfakion ist ein ideales Wanderrevier mit vielen alten, teils gepflasterten, Pfaden. Auch der Europawanderweg E4 führt hier vorbei.


Was geschah

Evakuierungskarte aus dem Nautischen Museum Chania. Für Sfakia werden 13003 Evakuierungen angegeben

28. Mai bis 1. Juni 1941: Evakuierungen alliierter Soldaten

Nach der Niederlage in der 'Schlacht um Kreta' versuchten die alliierten Soldaten (v.a. Briten, Australier, Neuseeländer) die Insel über Häfen an der Südküste zu verlassen. Tausende kamen nach Sfakia, von hier aus fanden Evakuierungen nach Ägypten statt.

  • 28./29.Mai 1941: die Zerstörer Khandahar, Kelvin and Nizam evakuierten 724 alliierte Soldaten und 20 andere Personen, "dabei Griechen, Frauen, Kinder und einen Hund"[1]
  • 29./30.Mai 1941: die Zerstörer Phoebe, Perth, Calcutta, Coventry, Jervis, Hasty, Janus, Glen ship Glengyle brachten nach Armeereport 6029 Personen nach Alexandria. Die Perth erhielt einen Volltreffer, vier Mann der Crew und neun Soldaten wurden getötet.
  • 30./31.Mai 1941: die Zerstörer Nizam, Kelvin, Khandahar and Napier fuhren zur Evakuierung aus. Bei der Khandahar stellte sich ein Defekt heraus, die Kelvin wurde bei der Hinfahrt durch einen Nahtreffer beschädigt und beide Schiffe kehrten nach Alexandria zurück. Die Napier wurde auf der Rückfahrt durch einen Nahtreffer beschädigt. Nach Armeereport wurden 1510 Personen nach Alexandria gebracht.
  • 31.Mai/1.Juni 1941: der Kreuzer Phoebe, die Zerstörer Kimberley, Hotspur und Jackal, und der Minenleger Abdiel wurden nicht angegriffen. Nach Armeereport landeten 3710 Personen in Alexandria. Das Flugboot Sunderland evakuierte 54 Personen, einschließlich der Generäle Freyberg and Weston.

Viele Soldaten erreichten kein Schiff mehr und wurden als Kriegsgefangene nach Nordkreta zurückgeführt. Einige entkamen und wurden von der kretischen Bevölkerung in den Bergen, in Dörfern und Klösten versteckt.

Die Deutschen Kampftruppen erreichten am 1. Juni 1941 Chora Sfakion und richteten für die nächsten 2 Monate ein Lager für 500 ihrer Soldaten ein. [2]

Sonderunternehmen Völkerbund
Mahnmal in Chora Sfakion
Chora Sfakion: Gebeine im Mahnmal

1. bis 8. September 1941: Hinrichtungen von Sfakioten

Viele Kreter aus der Umgebung wurden gefangen genommen und in Chora Sfakion im Haus von N. Manousogiannakis eingesperrt.

Ab 1. September wurden im Haus von Andreas Vourdoumpas durch einen Militärrichter Urteile gefällt. Diejenigen Angeklagten, die zum Tode verurteilt waren, wurden zu je zwei zu einem Graben auf den Hügel hinter der venezianischen Festung geführt. Ihre Oberkörper wurde entkleidet, sie wurden fotografiert und dann erschossen.

Die Toten mußten am Ort liegen gelassen werden und durften einige Tage lang nicht beerdigt werden. [3] Begründungen für die Exekutionen werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt.



Die Opfer

Namen der Opfer
Namen der Opfer


Auf dem Gedenkstein in Chora Sfakion für die Opfer der Hinrichtung sind 25 Namen aufgeführt. Die Opfer waren aus

  • Chora Sfakion: 3
  • Komitades: 1
  • Agia Roumeli: 2
  • Livaniana: 1
  • Anopolis: 14
  • anderen Orten: 4


Erinnerungen


Bildbericht: Chora Sfakion 1991, 50-Jahrfeier der Schlacht um Kreta 1941


Die Lage

SwKw Dimos Sfakion.jpg


Koordinaten (Leuchtfeuer alter Hafen, WGS84): N 35°12,04', O 24°08,11'


Belege

  1. zitiert nach: nzhistory.net
  2. nzhistory.net: Neuseeländischer Bericht über den Rückzug über Sfakia (engl.)
  3. Artikel in "Chaniotika Nea" am 2.8.2001 und Manouselis,Giorgios: Sfakia, Petrina Chronia 1940-45. S.107 ff


Weblinks