Die Juden von Kreta: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Kreta-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Quelle)
(Weblink)
 
Zeile 32: Zeile 32:
  
 
== Weblink ==
 
== Weblink ==
[http://www.hagalil.com/archiv/2009/10/04/kreta/ Geschichte der Juden voon Kreta bei Hagalil.com]
+
[http://www.hagalil.com/archiv/2009/10/04/kreta/ Geschichte der Juden von Kreta bei Hagalil.com]
  
  

Aktuelle Version vom 16. Juli 2011, 20:13 Uhr

Leuchter (Chanukkia) in der Etz Hayyim Synagoge Chania
Straßenplan von der Website etz-hayyim-hania.org

Die Jüdische Gemeinde Chania in der deutschen Besatzungszeit

Die Mehrzahl der etwa 300 Gemeindemitglieder lebte damals im alten jüdischen Viertel: In den Straßen Kondylaki, Zambeliou und Portou. Das Viertel wird heute 'Evraiki' genannt, unter den Venezianern hieß es Zudeccha or Ghetto - was es tatsächlich war. Die eine Synagoge, Beth Schalom, war durch die Bombardierung der Stadt im Mai 1941 zerstört worden, die andere, Etz Chajim (Etz Hayyim), war weiterhin in Gebrauch.

Kurz nach Schaffung einer deutschen Feldkommandantur musste der Rabbiner von Chania eine komplette Liste aller in Chania ansässigen Juden vorlegen. Kurze Zeit später wurde der jüdischen Gemeinde mitgeteilt, daß Schächten nunmehr verboten sei und jüdische Geschäfte deutlich als solche gekennzeichnet werden müssten.

Aber erst 1943 wurde die Maschinerie der 'Endlösung' in Gang gesetzt: Eine erneute Zählung der Gemeinde wurde verlangt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige weitere Familien aus Heraklion und Rethymnon in der Stadt angekommen. Die Juden Kretas wussten von der Festnahme der großen jüdischen Gemeinde von Thessaloniki und ihrer Deportation mit unbekanntem Ziel. Ebenso waren auch Juden in Larissa, Trikala und Ioannina festgenommen worden.

In der Etz Hayyim Synagoge Chania

Am 29.Mai 1944, kurz vor der Dämmerung, wurde das gesamte jüdische Viertel mit Lastwagen abgesperrt. Über Lautsprecher wurden die Juden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und auf die Straße zu kommen. Es wurde ihnen nicht erlaubt, irgendetwas mitzunehmen. Sie mussten sich auf den kleinen platzartigen Erweiterungen am nördlichen und südlichen Ende der Kondylaki-Straße versammeln. Innerhalb einer Stunde wurde die gesamte jüdische Gemeinde mit Lastwagen in das nahe bei Chania gelegene Gefängnis Agia geschafft.

Tafel mit Namen deportierter Juden von Chania im Innenhof der Synagoge
Das Viertel wurde sofort von deutschen Soldaten geplündert und was übrig blieb, nahmen sich andere. Am frühen Abend war die Synagoge all ihrer religösen Kunstwerke beraubt, geschändet und ihrem weiteren Schicksal überlassen.

Nach fast zwei Wochen Gefangenschaft in Agia, bei wenig Nahrung und ohne Kleidung zum Wechseln, wurden die Juden von Chania erneut auf Lastwagen verfrachtet und ostwärts nach Heraklion geschafft. Offiziell 265 Männer, Frauen und Kinder kamen dort am 9.Juni an und wurden an Bord eines umgebauten Transportschiffes namens Tanais gebracht, das noch am selben Abend Richtung Athen in See stach. Zusammen mit ihnen befanden sich etwa 600 griechische und italienische Kriegsgefangene an Bord. Um 3:15 Uhr am frühen Morgen des 10.Juni wurde die Tanais kurz hinter der Insel Milos von einem britischen U-Boot gesichtet und sofort torpediert. Das Schiff sank innerhalb kürzester Zeit und es gab keine Überlebenden.

Hätte die Tanias Athen erreicht, wären die Juden in Viehwaggons zur Vergasung nach Auschwitz-Birkenau gebracht worden: sie hätten das Schicksal der Juden aus Thessaloniki und anderen Städten Griechenlands geteilt, die bereits in den Gaskammern der Konzentrationslager ermordet worden waren.

Griechenland beklagt den Verlust von insgesamt 94% seiner jüdischen Bevölkerung durch die 'Endlösung' Nazideutschlands.

Die Etz Chajim Synagoge ist alles, was an die 2400-jährige Geschichte der Juden Kretas erinnert.

Die Synagoge ist heute eine gemeinnützige Einrichtung und ihr Erhalt und ihre Arbeit wird allein durch Spenden der 'Freunde von Etz Chajim' finanziert

Quelle

Der Text von Nikolas Stavroulakis wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Informationsblatt der Synagoge, aus der Broschüre 'The Jews of Crete. Chania 2002 und von der Website der Synagoge Etz Chajim übernommen und aus dem Englischen übersetzt.

Die Juden Kretas in der Shoah auf der Website der Etz Hayyim Synagoge Chania

Namen der Opfer der Jüdischen Gemeinde von Chania auf der Website der Etz Hayyim Synagoge Chania

Weblink

Geschichte der Juden von Kreta bei Hagalil.com


Siehe auch: Synagoge Chania