Koustogerako: Unterschied zwischen den Versionen

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Von den vielen Mahmmalen auf Kreta, die ich bisher vor Ort gesehen habe, berührt mich das in Koustogerako am meisten. Wegen seiner klaren reduzierten Formen, weil es in meiner Wahrnehmung nah an den Opfern bleibt und weil es viele Sichtweisen zulässt und, im mittleren Bereich mit den Symbolen, wagt, Unvereinbares nebeneinander zu stellen.  
 
Von den vielen Mahmmalen auf Kreta, die ich bisher vor Ort gesehen habe, berührt mich das in Koustogerako am meisten. Wegen seiner klaren reduzierten Formen, weil es in meiner Wahrnehmung nah an den Opfern bleibt und weil es viele Sichtweisen zulässt und, im mittleren Bereich mit den Symbolen, wagt, Unvereinbares nebeneinander zu stellen.  
  
Die Lesart von J. Kalakatevaki zeigt, daß das Mahnmal für die Überlebenden und ihre Nachkommen eine tröstende Aussage bereit hält, und auch das ist eine Qualiät dieser Skulptur.  
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Die Empfindung von J. Kalakatevaki zeigt, daß das Mahnmal für die Überlebenden und ihre Nachkommen eine tröstende Aussage bereit hält, und auch das ist eine Qualität dieser Skulptur.  
  
Meine Lesart ist anders: Ich sehe drei Schichten - eine rauhe, dunkle archaische, die mich an die vielen Kämpfe und Unterdrückungen der kretischen Geschichte denken lässt, aber auch an die Felsen und Steine, die Kreta ausmachen.  
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Meine Assoziationen sind andere: Ich sehe drei Schichten - eine rauhe, dunkle archaische, die mich an die vielen Kämpfe und Unterdrückungen der kretischen Geschichte denken lässt, aber auch an die Felsen und Steine, die Kreta ausmachen.  
 
Eine glatte, harte Schicht mit vielen Symbolen und Buchstaben - Fisch, Boot, Auge Gottes, Wellen auf der Koustogerako-Tafel - Stierkopf, Hakenkreuz, πυρ (Feuer!), Sonnenrad, α und ω auf der Livadas-Tafel - Tempel, Kreuz, Halbmond, Agrimi, kretisches Messer und Lyra auf der Moni-Tafel.  
 
Eine glatte, harte Schicht mit vielen Symbolen und Buchstaben - Fisch, Boot, Auge Gottes, Wellen auf der Koustogerako-Tafel - Stierkopf, Hakenkreuz, πυρ (Feuer!), Sonnenrad, α und ω auf der Livadas-Tafel - Tempel, Kreuz, Halbmond, Agrimi, kretisches Messer und Lyra auf der Moni-Tafel.  
 
Und darüber Schicht von eine weißen, ausgewaschenen, unregelmäßigen Steinen.
 
Und darüber Schicht von eine weißen, ausgewaschenen, unregelmäßigen Steinen.
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Version vom 24. Oktober 2007, 23:26 Uhr

Mahnmal Koustogerako
GE Koustogerako.jpg

Der Ort

Koustogerako ist ein Dorf in Selino, Südwestkreta, etwa 10km nördlich von Sougia, hoch auf einer Anhöhe gelegen oberhalb des Dorfes Livadas. Die - jetzt gut ausgebaute - Straße endet hier.

Kantanoleon stammt von hier, der sich 1527 (oder 1570 - hier nennen die Quellen unterschiedliche Daten) an einem erfolgreichen Aufstand gegen die Venezianische Herrschaft beteiligte und in Meskla eine unabhängiges Westkreta regierte. Die Venezianer sollen sich gerächt haben, indem sie bei der Hochzeit von Kantanoleons Sohn mit der Tochter eines venezianischen Adligen aus Chania, Molino, die Hochzeitsgäste betrunken machten, es ist auch von Opium im Wein die Rede, und abschlachteten. Kantanoleon und sein Sohn und dreißig weitere kretische Adlige (Archontes) wurden dieser Überlieferung nach direkt gehängt, die anderen Hochzeitsgäste, einige hundert, in vier Gruppen aufgeteilt, die in Koustogerako und in Meskla, Chania und an der Sraße von Chania nach Rethymnon gehängt wurden. Andere Familien wurden verbannt oder flohen in die Berge, Koustogerako, Meskla und andere Dörfer wurden zerstört. An Kantanoleon und den Aufstand erinnert ein großes Denkmal auf der Plateia von Koustogerako.

Koustogerako

Roman zu dieser Geschichte: Sp. Zambelios: Kretische Hochzeiten. 1871

Quellen dazu: engl. Wikipedia 'Sfakians' sfakia-crete-com Detorakis, Theocharis: Geschichte von Kreta. Heraklion 1997, S.186


Ein weiteres Mal wurde der Ort von den Venezianern niedergebrannt und einmal, im Jahre 1821, von den Türken.


Quelle zu Koustogerako: Wikipedia: Koustogerako


Heute

"Wir sind ein fröhliches Altersheim hier" sagt Jianoula Kalakatevaki auf die Frage, wieviele Menschen in Koustogerako leben, "Ungefähr dreißig sind wir noch, davon nur zwei junge Familien. Die jungen Leute gehen nach Sougia, Chania, Athen, ins Ausland."

Was geschah

Zeitung zum Jahrestag der Zerstörung von Koustogerako, Moni und Livadas

Ende September 1943

Bombadierung von Koustogerako, Moni, Livada in Selino mit ca. 50 Toten

Hintergrund

Grund: Hilfe der Dörfer für BLO und die Partisanen.

Heimat der Familie Paterakis, von der viele Angehörige im Widerstand gekämpft haben. Manolis Paterakis war einer der beiden Kreter, die die Kreipe Entführung von Anfang bis Ende mitorganisiert haben.

Opfer

Täter

Verantwortlich: Fliegergeneral Bräuer





Das Mahnmal


Mahnmal Koustogerako

Das Koustogerako-Mahnmal wurde von Xyradakis entworfen, berichtet Sofia Pateraki.

Der Text auf dem Gedenkstein neben dem Mahnmal ist der Beginn des Gedichts "Thermopylen" von Konstaninos Kavafis.


Thermopylen

Ehre sei jenen, die ihr Leben
bestimmt haben, die Thermopylen zu bewachen.
Niemals rühren sie sich fort von der Pflicht;
gerecht im gleichen Maß sind alle ihre Taten,
doch auch voll Mitleid und Barmherzigkeit;
freigebig, sooft sie reich sind, und wenn
sie arm sind, freigebig auch im Kleinen,
hilfreich, so viel sie nur können;
stets sprechen sie die Wahrheit,
doch ohne Haß gegen die Lügner.

Noch viel mehr Ehre gebührt ihnen,
wenn sie voraussehn (und viele sehen es voraus),
daß am Ende Ephialtes erscheinen wird,
und daß die Meder schließlich durchmarschieren.

Konstantinos Kavafis
Übersetzung von Lorenz Gyömörey


"Hast Du Dir das Mahnmal gut angeguckt?, fragt Jianoula Kalakatevaki, hast Du gesehen, die Steine unten, die dunklen, wie zerschossene, zerschlagene Gesichter.... Und der helle Strahl - der zeigt, ihre Seelen gehen hinauf in den Himmel, ins Freie."

Von den vielen Mahmmalen auf Kreta, die ich bisher vor Ort gesehen habe, berührt mich das in Koustogerako am meisten. Wegen seiner klaren reduzierten Formen, weil es in meiner Wahrnehmung nah an den Opfern bleibt und weil es viele Sichtweisen zulässt und, im mittleren Bereich mit den Symbolen, wagt, Unvereinbares nebeneinander zu stellen.

Die Empfindung von J. Kalakatevaki zeigt, daß das Mahnmal für die Überlebenden und ihre Nachkommen eine tröstende Aussage bereit hält, und auch das ist eine Qualität dieser Skulptur.

Meine Assoziationen sind andere: Ich sehe drei Schichten - eine rauhe, dunkle archaische, die mich an die vielen Kämpfe und Unterdrückungen der kretischen Geschichte denken lässt, aber auch an die Felsen und Steine, die Kreta ausmachen. Eine glatte, harte Schicht mit vielen Symbolen und Buchstaben - Fisch, Boot, Auge Gottes, Wellen auf der Koustogerako-Tafel - Stierkopf, Hakenkreuz, πυρ (Feuer!), Sonnenrad, α und ω auf der Livadas-Tafel - Tempel, Kreuz, Halbmond, Agrimi, kretisches Messer und Lyra auf der Moni-Tafel. Und darüber Schicht von eine weißen, ausgewaschenen, unregelmäßigen Steinen. Die Schichten erinnern mich an ein Gefühl, das ich oft bei Recherche für dieses Kreta-Wiki habe: daß ich unter der mir bisher bekannten Oberfläche von Kreta etwas von anderen Zeiten spüre, daß Ortsnamen sich nicht verbinden mit hübschen Häusern, Tavernen und Aussichten, sondern mit Hinrichtungen, Kämpfen, Bombardierung, daß Schluchten, Strände, Höhlen an durchziehende Truppen, fliehende Einwohner, nächtliche Evakuierungen denken lassen, daß bei alten und neuen Bekannten ihre Kriegserlebnisse und die ihrer Eltern und Großeltern auftauchen. Der weiße Marmorstrahl wird dann für mich zu einer Wurzel, er wirkt durch die Äderung und die geschwungene Form lebendig, organisch. Die Wurzel durchdringt diese Schichten und nimmt dabei, wie eine Baumwurzel, aus allen Schichten etwas auf und bringt es an die Oberfläche, auch wenn es dieser nicht anzusehen ist.
AW