Kreipe Entführung

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Plakat für eine Gedenkfeier an der Kreuzung, wo der General entführt wurde. Die gebrochene Steele symbolisiert die gebrochene Macht der Achsenmächte Deutschland und Italien.

Am 26. April 1944 gelang einem Sonderkommando der SOE in Zusammenarbeit mit Kretern eine spektakuläre Aktion: Der kommandierende General der 22.Infanteriedivision, Generalmajor Heinrich Kreipe, wurde auf dem abendlichen Weg von seinem Dienstort Archanes zu seinem Wohnsitz der Villa Ariadni bei Knossos entführt und quer über die Insel an die Südküste gebracht, von wo aus er mit seinen Entführer am 15.Mai nach Ägypten gebracht wurde.

Die Entführer

Die britischen Offiziere Patrick Leigh Fermor und William Moss stoppten an der Straßeneinmündung bei Skalani das Auto des Generals. Sie hatten die Aktion zusammen mit den Kretern Manolis Paterakis aus Koustogerako und Georgios Tyrakis aus Fourfouras vorbereitet. Sie waren dabei unterstützt worden von:

v.l. Tyrakis, Moss, Leigh Fermor, Paterakis, Papaleonidas

Kurz vorher hatte sich ihnen noch Stratis Saviolis, Gendarm aus Archanes angeschlossen. Eine Partisanengruppe unter Leitung von Bourtzalis war bereit, der Entführungsaktion Feuerschutz zu geben. Da die Anwesenheit sovieler Fremder in der Gegend aber Aufmerksamkeit erregt hätte, wurde diese Unterstzüng kurzfristig abgesagt.

Der Überfall

Athanasakis hatte sich mit Form und Beleuchtung des Generallswagens vertraut gemacht, so daß er diesen auch bei Dunkelheit erkennen konnte. Er wartete oberhalb der Straßeneinmündung und gab mit Lichtzeichen ein Signal. Leigh Fermor und Moss postierten sich in deutsche Uniformen gekleidet auf der Straße und hielten den Wagen, der dort abbremsen musste, an. Sie überwältigten zusammen mit den Kretern den General und seinen Chauffeur. Kreipe wurde gefesselt. Moss am Steuer, Leigh Fermor mit der Generalsmütze auf dem Kopf auf dem Beifahrersitz, Paterakis, Tyrakis und Saviolis mit dem General auf der Rückbank passierte der Wagen auf seiner Fahrt durch Iraklio 22 deutsche Straßenposten.

Der Weg zur Südküste

Kreipe Zettel.jpg

Bei Yeni Cave verließen die meisten der Entführer mit Kreipe den Wagen, den Leigh Fermor und Tyrakis bis an die Küste fuhren, um eine falsche Spur zu legen: die Deutschen sollten glauben, der General sei von dort mit einem U-Boot weggebracht worden sein. Die anderen gingen zu Fuß nach Anogia, wo sie sich mit Leigh Fermor und Tyrakis wiedertreffen sollten.

Auch der Chauffeur sollte von Zodiakis und Chnarakis dorthin gebracht werden. Dies kamen aber ohne den Chauffeur an und berichteten, sie hätten ihn in der Nähe von Agios Sillas umgebracht, weil die Gefahr bestanden habe, daß er eine deutsche Patrouille auf sich aufmerksam machen würde.

(...Weiteres in Arbeit...)

General Kreipe gelangte nach einer erlebnisreichen 18-tägigen Inseldurchquerung, in der Nacht zum 15. Mai von der Südküste Kretas aus als Kriegsgefangener in den Nahen Osten.

Die in direkter Folge an die Entführung ausgeführten 'Sühnemaßnahmen' durch die deutsche Wehrmacht, waren - gemessen an anderen - vorläufig noch nicht sehr hart. Sie bestanden zunächst in Zwangsumsiedlungen und Zerstörungen von einigen Häusern.

Später wurde z.B. die Zerstörung von Anogia unter anderem damit begründet, daß die Entführer hier mit Kreipe auf dem Weg in den Süden Unterschlupf gefunden hätten.

Später

Links unten: Treffen der Entführer mit Kreipe 1971

Unmittelbar nach der Ankunft in Ägypten erkrankte Patrick Leigh Fermor schwer für einige Monate lang. Billy Moss kehrte im Sommer nach Kreta zurück mit dem offiziell gebilligten Plan, russische Kriegsgefangene zu sammeln und gegen die deutsche Besatzung zu mobilisieren. Er plante außerdem, den Nachfolger von Kreipe ebenfalls zu entführen und nach Angaben von Ilias Athanasakis 42 in Archanes stationierte deutsche Offiziere umbringen zu lassen. Weil dieser Plan von Athanasakis vereitelt wurde, organisierte Moss Anfang August 1944 den Überfall auf deutsche Fahrzeuge an der Ost-West-Straßenverbindung bei Damasta , in dessen Folge Anogia zerstört wurde.

Georgios Tyrakis ging später nach Südafrika. Manolis Paterakis arbeitete, weil er keine ode rnur eine kleine Rente bezog, auf dem deutschen Soldatenfriedhof Maleme, wie auch Georgios Psychoundakis.

1971 trafen sich die Entführer und Kreipe in Griechenland, das Treffen wurde im griechischen Fernsehen übertragen. Ausschnitt aus der Sendung von 1972

Einzelnachweise

  1. [1]

Siehe auch

Weblinks