Smiles: Unterschied zwischen den Versionen

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Bild:Süd_Smiles.JPG|Blick vom Friedhof auf das Dorf
 
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Bild:Friedhof_Smiles.JPG|Der Friedhof
 
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Bild:Friedhofskapelle_Smiles.JPG|Inneres der Friedhofskapelle
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Bild:Ikonostase_Smiles.JPG|Detail der rottenden Schnitzereien
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Bild:Zypresse_Smiles.JPG|Zypresse am Friedhof
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Bild:Sandblech_Vrysses.JPG|Sandblech der Besatzerfahrzeuge
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Bild:Gedenktafel_Vryses.JPG|Gedenktafel in Vryses
 
Bild:Schild_Smiles.JPG|Das einzige Hinweisschild
 
Bild:Schild_Smiles.JPG|Das einzige Hinweisschild
 
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Version vom 3. April 2010, 21:48 Uhr

Wilde Tulpe in den Ruinen
Smilés (gr. Σμιλές) war ein Dorf unweit von Vrysses, welches zur Gruppe der sogenannten "Kedros-Dörfer" gehörte, welche am nördlichen Rand des Amari-Beckens an den Hängen des Bergs Kedros liegen. Es wurde am 22.8.1944 von deutschen Truppen zusammen mit acht weiteren Dörfern niedergebrannt und als einziges nie wieder aufgebaut oder besiedelt. Die Zerstörung der Kedros-Dörfer und die Erschießung von zirka 200 ihrer Bewohner wurde als Vergeltungsaktion für die Entführung des deutschen Generals Kreipe begründet, dessen Entführer nach deutscher Meinung zusammen mit dem gefangenen General die Dörfer passiert hatten und von den Bewohnern gedeckt worden seien.

Lage und heutiger Zustand

Smiles, nördlich von Vrysses
Die Wüstung Smilés liegt nahe des Laufs des Flusses Geropotamos in einer sehr fruchtbaren Umgebung, zur Zeit seiner Zerstörung war es von ungefähr 60 Menschen bewohnt. Der nördliche Zugangsweg überquert den Geropotamos über eine alte Bogenbrücke. Rundgeschliffene Felsen links und rechts des Flussbetts lassen ahnen, dass das der ganzjährig fließende Bach weit über seine Ufer treten kann. Nähert man sich dem Dorf vom Fluss aus, wirkt es mit den dunklen, lückenlos zusammengebauten Hausmauern fast wie eine verfallene Festung. Enggedrängt liegen die meist dachlosen Ruinen der Natursteinhäuser oberhalb eines natürlichen Hangs zum Flußtal. Es mögen insgesamt zirka 12 Hausstätten gewesen sein. Am südlichen Dorfrand ist noch das Quellhaus und die Kirche erhalten, deren Dach notdürftig mit Kunststoffplanen abgedeckt ist, wohl um die noch erhaltenen Deckenmalereien vor dem entgültigen Verfall zu schützen. Nahe der Kirche stehen zwei große teilabgebrannte Platanen - ob die Bäume in der damaligen Feuersbrunst oder später durch Blitzschlag abbrannten, war nicht zu erschließen. Setzt man den Weg bergan Richtung Vrysses fort, gelangt man nach ungefähr 200 Metern an den Friedhof von Smilés mit noch 3 gepflegten Familiengräbern und der verfallenen Friedhofskapelle. Der weitere Fußweg bis Vrysses dauert eine viertel Stunde.

Dokumentation

Vor Ort findet sich kein Hinweis, keine Informationstafel und kein Gedenkstein an die Geschehnisse vom August 1944. Auch auf dem Denkmal im nahen Vrysses ist Smilés nicht erwähnt. Das Verkehrschild an der Verbindungsstraße Gerakari-Amari fällt Touristen, die den in Großbuchstaben geschriebenen Ortsnamen auf "englisch" als "Lächeln" lesen als amüsant auf. In der angezeigten Richtung führt der Weg nicht direkt zum Dorf, es sind einige Abzweigungen zu erahnen, das Auto lässt man besser stehen. Von Vrysses aus führt eine steile aber fahrbare Abfahrt hinunter bis zum Friedhof von Smilés.

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