1941

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Für Zeitleiste

20.Mai - 31.Mai 1941 Kampf um Kreta
23.Mai 1941 Gefecht in (Schlucht/Tal) zwischen Floria und Kandanos und Agrimokefala
Juni 1944 Evakuierung aliierter Soldaten von der Südküste aus nach Ägypten
1.Juni 1941 Deutsche Armee erreicht Chora Sfakion
1. - 10.Juni 1941 Zerstörung von Kandanos
2./ 3. Juni 1941 Exdekutionen u.a. in Kondomari, Tavronitis, Alikianos 27. Juli 1941 Evakuierung von Preveli aus
1. August 1941 Zerstörung von Alikianos, Skines, Fournes und Exekution von 147 Personen aus Skines, Phournes, Alikianos.
20.August 1941 zweite Evakuierung von Preveli aus
25.August 1941 Festnahme der Mönche von Preveli, Zerstörung des Klosters
1. - 8.September 1941 Erschießungen in Chora Sfakion





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Zusammenfassung

Italien hatte Ende Oktober 1940 Griechenland angegriffen (Ochi-Tag), konnte aber durch die griechische Armee nach Albanien zurückgedrängt werden (Albaniko). Daraufhin kam Deutschland dem verbündeten Italien zu Hilfe, auf griechische Seite kämpften Briten, Neuseeländer und Australier. Im April 1941 kapitulierte Griechenland und wurde von Italien, Bulgarien und Deutschland besetzt.

König Georg und die griechische Regierung verliessen über Kreta (Ag. Roumeli) Griechenland und gehen ins Exil nach Ägypten.

Schlacht um Kreta vom 20. - 31. Mai 1941: Aus der Luft griffen die Deutschen mit Bomben und Fallschirmjägern Kreta an, Italien folgte mit Angriffen auf den Ostteil der Insel. Nach 11 Tage hatten sie, gegen den Widerstand der Griechen, Briten, Neuseeländer und Australier, die Insel erobert.

Italien besetzte das östliche Kreta (Lassithi, Ag. Nikolaos), Deutschland Zentral- und Westkreta (die heutigen Nomoi Heraklion, Rethmynon und Chania).

Die kretische Zivilbevölkerung und Gendarmerie leisteten heftigen Widerstand gegen die Invasoren. In der deutschen Besatzungszone war die Bevölkerung häufigen und harten Repressalien durch die Besatzer ausgesetzt.

Kriegssituation allgemein

Situation auf Kreta

Die deutsche Invasion trifft auf eine schlecht gerüstete Insel: die meisten wehrfähigen Männer haben an der albanischen und makedonischen Front (Albaniko) gekämpft und sind entweder noch auf dem Festland oder in Kriegsgefangenschaft (s. Fragen). Die Waffen sind größtenteils auch im Albaniko eingesetzt worden, ebenso ein Großteil der Nahrungsvorräte.

Zur Unterstützung sind britische und neuseeländische Einheiten nach Kreta verlegt worden.

Außerdem befinden sich auf der Insel griechische, britische, neuseeländische Soldaten, die nach der Niederlage im Albaniko vom Festland auf die Insel geflohen sind, für die Aliierten einer Station zum weiteren Rückzug nach Ägypten. Diese Truppen sind schlecht bewaffnet und von den vorhergehenden Kämpfen erschöpft und desorganisiert. Sie verfügen nur über wenige Flugzeuge, einige der vorhandenen Maschinen werden in den Irak verlegt, wo ein pro-deutscher Aufstand begonnen hat.

Beide Seiten rechnen damit, den jeweiligen Gegner in kurzer Zeit schlagen zu können. Die Aliierten, weil sie in der Lage sind, die deutschen Funksprüche abzuhören und zu entschlüsseln und so detailliert über den Angriffsplan informiert sind, die Deutschen, weil sie auf das Überaschungsmoment und ihre Luftüberlegenheit setzen.

Harakopos 1993 (s. Quellen) führt aus, warum sich für beide Seiten der Kampf unerwartet entwickelte:

Gründe für den Sieg der Deutschen im Kampf um Kreta:

1. Treibstoff (s. Harakopos S.22) Mit der Einnahme von Athen verfügten die Deutschen über gewaltige Ölvorräte, die in Drapetsona und Perama lagerten. So waren sie in der Lage, mehr Flugzeuge einzusetzen als bei den Kämpfen auf dem Festland. Es soll eine Anweisung gegeben haben, diese Ölvorräte chemisch unbrauchbar zu machen, diese sei aber nicht ausgeführt worden, zitiert Harakopos aus einem Leserbrief an die Zeitung Ethnos vom 17.Mai 1954. Anders bei von Xylander: der deutsche Angriff auf Kreta sei wegen Treibstoffmangel zunächst verschoben worden, dann hätten weniger Flugzeuge als geplant starten können.

2. Spionage (s. Harakopos S.28) Die Deutschen verfügten wohl über ein dichtes Spionage-Netzwerk, geführt durch von Kanaris, und so über detaillierte Kenntnisse der Verteidigungsstellungen auf Kreta. Anders bei anderen Quellen, die davon ausgehen, daß die Deutsche auf Kreta wenig Informanten rekrutieren konnten und daß deren Information oft wenig brauchbar waren.

3. Schnelle Zerstörung der Verteidigungsstellungen (S.Harakopos S. 24 ff) Die Landung der Fallschirmspringer wurde vorbereitet durch massive Bombardierungen der Städte und der Verteidungsstellungen, die fast völlig zerstört werden konnten.

4. Zerstörung der Kommunikationswege (S.Harakopos S. 24 ff) Durch die Bombardierungen wurde Panik verbreitet und die Kommunikation zwischen den Verteidigern gestört. So wurde in Rethymnon und Heraklion erst am folgenden Tag bekannt, daß die Deutschen bereits begonnen hatten, in Maleme und dann in Agia und Galatas Brückenköpfe einzurichten.

5. Rücknahme der Verteidigung (S.Harakopos S. 29 ff) Am 4.Tag, also am 24.Mai, reduzierten die Neuseeländer und Griechen ihre Gegenschläge, wohl ohne zu ahnen, daß zu diesem Moment die Angriffskraft der Deutschen bereits fast erschöpft war. Harakopos und andere Historiker vermuten, daß ein Durchhalten in dieser Situation, einen Durchbruch bewirkt haben könnte.

6. Unterschätzung durch die Aliierten


Irrtümer der Deutschen

Auch die Deutschen hatten einen anderen Ausgang des Kampfes um Kreta erwartet: der Plan sah vor, die Insel innerhalb von drei Tagen einzunehmen und anschließend Zypern anzugreifen, ebenfalls mit Fallschirmspringern. Deshalb war jeder Soldat auch mit zwei Fallschirmen ausgerüstet worden (Quelle: v.d.Heide: Die Rückkehr von Dädalos. zitiert nach Harakopos).

Anschließend sollten Palästina, der Irak und der Iran angegriffen werden, um dann die Sowjetunion auch von Süden her anzugreifen und den für Juni geplanten Vormarsch auf Moskau zu unterstützen.

Andere Historiker geben an, daß die Eroberung Kretas bis Sommer wegen des geplanten Einmarschs in die Sowjetunion abgeschlossen sein sollte und berichten nicht über weitergehende Pläne.

Womit die Deutschen nicht gerechnet hatten: die kretische Zivilbevölkerung wehrte sich und kämpfte gemeinsam mit den aliierten und griechischen Truppen gegen die Invasoren. Bewaffnet mit allem, was sich zum Kämpfen eignete - neben Jagdgewehren und Pistolen auch Hacken, Messer,... - verteidigten sie die Insel und rüsteten sich mit den Waffen der getöteten Gegner aus.

Die deutsche Planung hatte eine deutschfreundliche oder zumindest neutrale Haltung der Kreter erwartet. Man rechnete damit, daß sie sich den Kapitulationsbedigungen des Festlands anschließen würden (s. Fragen) und froh sein würden, wenn die kretischen Kriegsgefangenen zurückkehren könnten.

In keinem anderen Land waren die deutschen Truppen bisher auf derartigen Widerstand der Bevölkerung gestoßen. So waren die deutschen Verluste weitaus höher als vorhergesehen und die Pläne, ein gleiches Luftlandmanöver auf Zypern durchzuführen, musste aufgegeben werden.

Was geschah

Schlacht um Kreta

Besatzung

Zwangsarbeit

Um die Insel zu befestigen, wurde die Zivilbevölkerung "unabhängig von Beruf, Alter und Geschlecht ... zu jeder beliebigen Arbeit" herangezogen, wie es in der am 17.Juni 1941 erlassenen 'Arbeitsverpflichtung' hieß. Bezahlt wurden diese Arbeiten teilweise mit Geld, teilweise mit Naturalien oder auch überhaupt nicht. Da die Arbeitskräfte für diese Arbeiten und gleichzeitige Landwirtschaft nicht ausreichten - und da viele Kreter ihre Arbeitsverpflichtung unterliefen - wurden von den Kriegsgefangenen auf dem Festland vor allem die Landwirte nach Hause entlassen, im Spätherbst 1941 auch gezielt Landwirte, Bauarbeiter und Handwerker angeworben, die sich zu Wehrmachtsdiensten auf Kreta verpflichten mussten.