Ano Meros

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Ano Meros von der Gedenkstätte aus gesehen
Mahnmal bei Ano Meros
Gebeinhaus im Mahnmal
Mahnmal bei Ano Meros

Siehe auch:Amari-Becken

Der Ort

Ano Meros (Άνο Μέρος) gehört zu den kleinen Dörfern im Amari-Becken und liegt am südwestlichen Rand des Beckens an den Ausläufern des Berges Kedros. Ano Meros gehört zur Gemeinde Sivritos in der Präfektur Rethymno.

Was geschah

Am 22.August 1944 wurden zahlreiche Dörfer im Amari-Tal von deutschen Einheiten überfallen. Die Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Männer wurden, z.T. nach vorbereiteten Listen, z.T. ohne ersichtlichen Grund, von ihren Familien getrennt und hingerichtet. Auf dem Denkmal sind 38 Namen genannt, darunter vier Frauen, die von den Deutschen an diesem Tag ermordet wurden. Die meisten Häuser und die Kirche wurden zerstört.

Das Denkmal

Zur Erinnerung an das Massaker im August 1944 sieht man in dieser Gegend viele Mahnmale, das an der Straße nach Ano Meros ist eins der größten. Es liegt an einer Straßenkehre mit weitem Blick über das Tal, zum Psiloritis und zum Dorf Ano Meros.

Der Denkmalsockel ist gleichzeitig Gebeinhaus für die Hingerichteten. An einigen Knochen und Schädeln sind Spuren zu sehen, die auf Verbrennen hindeuten.

Inschriften

Auf der Vorderseite:

Hingerichtet von den Deutschen am 22.8.1944 in Ano Meros, als das ganz Dorf in Brand gesetzt wurde:

  • 38 Namen: 34 Männer und 4 Frauen

Auf der seitlichen Tafel:

  • Gefallen im Albanien Feldzug 6 Namen
  • Gefallen in der Schlacht um Kreta 3 Namen
  • Rimini Italien 1 Name
  • Nationaler Widerstand 1941 - 1945 2 Namen
  • Ermordet von den Deutschen 3 Namen
  • Bürgerkrieg 3 Namen
  • Südvietnam 1968 1 Name

Interessant ist, dass nicht nur den Getöteten der großen Weltkriege hier ein Denkmal gesetzt wurde. Als letzter Toter ist ein 1968 im Vietnamkrieg ums Leben Gekommener verzeichnet, vermutlich ein ehemaliger Bewohner des Dorfes, der in die USA auswanderte.