Benutzer:AWI

Aus Kreta-Wiki
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Seit 1975 fahre ich nach Griechenland, seit 1978 nach Kreta. Angefangen hat es mit der Musik von Theodorakis, die ich bei griechischen Kommilitonen hörte. Ich wollte unbedingt die Texte verstehen, begann deshalb, griechisch zu lernen und ging für vier Monate nach Athen, um dort im Panepistimiaki Les'chi (Universitätsclub) die Sprache zu lernen. 1975, ein Jahr nach dem Ende der Diktatur, war eine ungeheuer intensive Zeit in Athen mit vielen Diskussionen, Demonstrationen, Konzerten,...

Nach der Rückkehr habe ich dann 10 Jahre lang an der VHS Wuppertal eine Projektgruppe Griechenland geleitet, in der wir uns mit Geschichte, Kultur und Gesellschaft Griechenlands im 19. und 20. Jahrhundert beschäftigt und dazu Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert haben. Für mich war das auch der Einstig in die Arbeit mit MigrantInnen, später kamen die Flüchtlinge dazu, und in dem Bereich arbeite ich immer noch.

In den letzten fünf Jahren war ich dann regelmäßig ein bis zwei mal im Jahr auf Kreta, immer in Archanes, meistens auch in der Sfakia und die übrige Zeit in verschiedenen Gegenden. Zu Archanes habe ich meine erste Website gestaltet Pinakas Archanes und dafür mit einigen Leuten Gespräche geführt. Pinakas.jpg

Eine Gesprächspartnerin, Eirini Tachataki, hatte einen Auftrag für mich: sie hatte gerade ein Buch über die Kreipe Entführung geschrieben und sich dabei an Kreipes Chauffeur erinnert, den sie als Kind kennengelernt hatte. Er war bei der Entführung umgebracht worden und der Gedanke an seinen Sohn, dessen Photos man bei ihm gefunden und aufbewahrt hatte, ließ sie nicht los. Sie wollte, daß der Sohn ihr Buch bekommt und bat mich, ihn ausfindig zu machen. Mit Hilfe von Mitgliedern des Kretaforums gelang das. Mittlerweile sind Eirini Tachataki und der Sohn des Chauffeurs miteinander in Kontakt und in diesem Jahr kam es zu einem Treffen auf Kreta. Dies war ein Anlaß für mich zur Beschäftigung mit der deutschen Besatzungszeit auf Kreta.

Der andere Anlaß waren Diskussionen im Kretaforum, bei denen manche forderten, es müsse doch mal gut sein, man solle sich doch nicht immer noch mit dieser Geschichte beschäftigen.... Meine Einstellung dazu ist: solange die Opfer und Überlebenden nicht einfach entscheiden können, daß es jetzt gut damit ist, solange können wir als Täter-/Mitläufernachkommen dies auch nicht. Und die Erinnerungen an die Besatzungszeit sind auf Kreta noch sehr lebendig und überall sichtbar.

Und so entstand die Idee zum Kreta-Wiki. Bei der Recherche lerne ich interessante GesprächspartnerInnen kennen (siehe die Bilder rechts) und fand einen neuen Zugang zu Kreta, der trotz der schweren Thematik, spannend und bereichernd ist.