Dokument: Sabotage 5.7.1943

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Abschrift
Des Fernschreibens No. 2680 vom 5.7.43, 12.02 an LTHV,
„An Kdt. D. Fstg. Kreta Ia, Chania.
Ic 223/43 Geh.
Zwischenmeldung zu dem Sabotageunternehmen Castelli und Pesa. Eine abschliessende Meldung kann noch nicht erfolgen, da Untersuchungen noch im Gange sind.
  1. ) Pesa: Um 02.13 Uhr wurde der Sabotageanschlag auf die Betriebsstoffanlage Kunawi (500 m nördl. Pesa) verübt. Vernichtet wurden etwa 10 cbm Otto-Kraftstoff. Das Betriebsstofflager war besetzt von 2 Uffz. Und 16 Mann (Italiener), 1 Uffz. und 8 Mann (Deutsche). 01.14 Uhr wurde der Eingreiftrupp, Stab Pz.Jg.22 und 2./Pz.A.A. 212 alarmiert und 01.20 Uhr in Marsch gesetzt, mit dem Auftrage Abriegelung des Betriebsstofflagers. 01.35 Uhr Alarmierung des mot. Jagdkommandos. 02.00 Uhr wurde von dem mot. Jagdkommando je 1 Spähtrupp in Richtung Katalagri-Sagoriani – Kornes und um das Betriebsstofflage herum angesetzt, mit dem Auftrage, das Gelände abzusuchen. 02.14 Uhr Detonation einer Sprengladung 15 m nördl. der verbrannten Betriebssoffstapel. Schaden wurde nicht angerichtet. 5 m von dieser Stelle wurde beim Durchsuchen des Geländes ein Brotbeutel mit 8 vorbereiteten Ladungen zu 300 gr., in Sackleinwand eingewickelt mit Schlagbolzenzünder und Zeitzündschnur aufgefunden.
  2. ) Kastelli: 23.30 Uhr näherten sich 2 Mann dem Stukaliegeplatz Rind 4. Nach Aussage eines italienischen Postens waren die Männer mit Khaki-Uniform und ohne Kopfbedeckung bekleidet. Sie trugen einen Rucksack. Der Postenrief die Leute an und verlangte Parole. Das gleiche hörte der italienische Wachhabende, gab 2 Schüsse ab und alarmierte gleichzeitig durch Rufen den in der Nähe stehenden Flugzeug-posten. Dieser gab auch sofort 3 Schuss ab. Daraufhin warfen sich die Saboteure ins Weinfeld gegenüber dem Posten nieder und erwiderten das Feuer mit einer Salve aus einer automatischen Waffe. Hierbei wurder der italienische Soldat am rechten Unterschenkel verwundet. – Obwohl der Wachhabende noch mehrer Schüsse auf die aboteure abgegeben hatte, gelang es diesen, in der Dunkeheit Richtung Muktari zu entkommen. Von diesen Vorgängen erhielt der Abschnitt keine Kenntnis
Etwa zwischen 23.30 und 23.40 Uhr wurden in Muktari von einem Posten einer Flakbatterie verdächtige Geräusche wahrgenommen. Der Posten schoss weisse Leuchtkugeln. Ein zweiter Posten, der gleichzeitig beleuchtet wurde, erhielt einen Brustschuss mit Todesfolge. Um 06.00 Uhr erhielt der Abschnittskommandeur davon Kenntnis und alarmierte mit Stichwort „Kommando“. <der Flughafenkommandant ga für seinen Bereich den Alarm sofort weiter und setzte das Jagdkommando der Horstkompanie an der Südwestecke des Rollfeldes ein, mit dem Auftrag, das Gelände in Richtung Muktari zu durchkämmen. 00.13 Uhr wurde das Jagdkommando der 1./I.R.65 in Marsch gesetzt mit dem Auftrag, bis Warwara zu fahren und das Gelände Babulanisbach und Olivenhain rechts des Flussbettes bin in Höhe B-Posten 2 zu durchkämmen. Ergebnis: Festnahme von 6 Zivilisten, die sich auf den Feldern an Kornmieten aufhielten. Verdacht besteht nicht. 00.20 Uhr zwei Sprengungen Richtung Flugplatz. 00.35 Uhr dritte Sprengung. Ergebnis dieser Sprengungen: Ein Flugzeug und 1 Fass mit 200l Waschbenzin zerstört. Die Ladungen waren an der rechten Tragfläche und wahrscheinlich in der Motorhaube angebracht. Im Verlauf der Aktion wurde noch ein Beutel mit 8 Sprengladungen, 2 Ersatzzündern und 3 Patronen, Kaliber 12 mm, englischer Herkunft, aufgefunden. Weitere Untersuchungen sind von der G.F.P. eingeleitet. Ausführlicher Bericht folgt.
G.R. 65.