Dokument: Verordnungsblatt für Griechenland Sept. und Okt. 1943

Aus Kreta-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Verordnungsblatt für Griechenland
Herausgegeben vom Militärbefehlshaber Griechenland

No. 1     im Felde     11.9.1943 [1]

VERORDNUNG über das Verbot des Handels mit italienischem Wehrmachtsgut vom 10.9.1943

Auf Grund der mit erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

§ 1 Der Ankauf und Verkauf italienischen Wehrmachtsgutes, sowie der Handel mit solchem Gut ist verboten.
§ 2 Wer dem Verbot des § 1 zuwider handelt oder in unrechtmässigem Besitz italienischen Wehrmachtgutes angetroffen wird, wird – soweit es sich um Waffen handelt – mit dem Tode bestraft.
In allen übrigen Fällen werden Zuwiderhandlungen gegen das Verbot des § 1 mit Gefängnis oder Zuchthaus – in besonders schweren Fällen gleichfalls mit dem Tode – bestraft.
§ 3 Die Verordnung tritt rückwirkend ab 3. September 1943 in Kraft.

Der Militärbefehlshaber Griechenland

VERORDNUNG über das Streikverbot vom 10.9.1943

Auf Grund der mir erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

§ 1 Beamte, Angestellte und Arbeiter werden, wenn sie streiken, in schweren Fällen mit dem Tode, im übrigen mit Zuchthaus, Gefängnis oder Verschickung in ein Zwangsarbeitslager bestraft. Das Gleiche gilt für Aufhetzung zum Streikversuch.
§ 2 Im übrigen gelten für den gesamten Befehlsbereich § 28 Abs. 2-4 und § 29 der Schutzverordnung des Oberbefehlshabers Südost vom 17.6.1943 (Verordnungsblatt für das besetzte griechische Gebiet Nr. 18).
§ 3 Die Verordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Der Militärbefehlshaber Griechenland

VERORDNUNG betreffend Straflosigkeit bei freiwilliger Ablieferung von unrechtmässig erworbenem italienischen Wehrmachtgut vom 11.9.1943

Auf Grund der mir erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

Wer der Verordnung über das Verbot des Handels mit italienischem Wehrmachtgut vom 10.9.43 zuwider gehandelt hat, bleibt straffrei, wenn er die Zuwiderhandlung vor der Veröffentlichung dieser Verordnung begangen hat und den Besitz italienischen Wehrmachtgutes bis zum 15.09.43, mittags 12 Uhr, der nächsten deutschen Ortskommandantur anzeigt.

Der Militärbefehlshaber Griechenland

VERORDNUNG über die Inkraftsetzung deutscher Rechtsverordnungen in dem bisher italienisch besetzten griechischen Gebiet vom 11.9.1943

Auf Grund der mir erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

Der Geltungsbereich der im Verordnungsblatt für das besetzte griechische Gebiet veröffentlichten Rechtsverordnungen des Deutschen Oberbefehlshabers wird auf das bisher italienisch besetzte Gebiet mit sofortiger Wirkung ausgedehnt.

Der Militärbefehlshaber Griechenland


No. 2     im Felde     1.10.1943 [2]

VERORDNUNG über die Erfassung der Quartiere der italienischen Wehrmachtangehörigen vom 15.9.1943

Auf Grund der mit erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

§ 1 Wer derzeitige oder frühere – uniform- oder nichtuniformtragende – italienische Wehrmachtangehörige beherbergt, hat dieses binnen 3 Tagen nach der Veröffentlichung der Verordnung der nächsten deutschen Ortskommandantur anzuzeigen. Italienische Wehrmachtangehörige dürfen vom Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Verordnung ab zur Beherbergung nicht mehr aufgenommen werden.
§ 2 Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis und Geldstrafen oder einer dieser Strafen bestraft.
§ 3 Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft.

Der Militärbefehlshaber Griechenland

VERORDNUNG gegen volksschädigende Spekulation mit Lebensmitteln vom 30.9.1943

Auf Grund der mir erteilten Ermächtigung verordne ich, was folgt:

§ 1 Wer aus Eigennutz die Versorgung der griechischen Bevölkerung dadurch gefährdet oder stört, dass er zum Zwecke der Spekulation oder in sonstiger gewinnsüchtiger Absicht Lebensmittel dem Markte vorenthält oder entzieht, die nach den Gepflogenheiten eines normalen Wirtschaftsablaufs und einer Gesinnung, zu der die Notlage des Landes verpflichtet, dem allgemeinen Verbrauch zuzuführen sind, wird mit Gefängnis oder Zuchthaus, in schweren Fällen mit dem Tode bestraft. Das Todesurteil kann auf Beschluss des Gerichtes durch den Strang öffentlich vollstreckt werden. Neben der Freiheitsstrafe kann auf Geldstrafe und Zwangsarbeit erkannt werden. Die zurückgehaltenen Lebensmittel sind einzuziehen.
§ 2 Wer von den Lebensmittelbeständen solcher Spekulanten Kenntnis hat oder erhält und Bestände nicht sofort der zuständigen Ortskommandantur anzeigt, wird mit Zuchthaus oder Gefängnis bestraft.
§ 3 Für die Aburteilung von Straftaten im Sinne des § 1 Abs. 1 und § 2 sind die deutschen Kriegsgerichte zuständig.
§ 4 Die Verordnung tritt mit dem Tage der Bekanntmachung in der griechischen Presse, spätestens am 1.10.43., in Kraft.

Der Militärbefehlshaber Griechenland


Einzelnachweise

  1. Verordnungsblatt für Griechenland, Nr.1 v. 11.9.1943, Bundesarchiv, BA-MA, RW40-129, Bl. 81
  2. Verordnungsblatt für Griechenland, Nr.2 v. 1.10.1943, Bundesarchiv, BA-MA, RW40-129, Bl. 82